Kommentare zu: Eingeschränkte und manipulierende Sichtweise von Hans Stutz https://archiv.gruene-luzern.ch/blog/2008/11/22/eingeschraenkte-und-manipulierte-sichtweise-von-hans-stutz/ Kommentare und Meinungen der Grünen Luzern Wed, 26 Nov 2008 09:55:23 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.7.2 Von: Philipp Federer https://archiv.gruene-luzern.ch/blog/2008/11/22/eingeschraenkte-und-manipulierte-sichtweise-von-hans-stutz/comment-page-1/#comment-175 Wed, 26 Nov 2008 09:55:23 +0000 https://archiv.gruene-luzern.ch/blog/?p=270#comment-175 Lieber Hans

Du schreibst „Teleobjektive verfälschen nichts, sondern bilden die Wirklichkeit ab, gemäss den Gesetzen der Optik.“ Dies ist ein völliger Blödsinn!

• Jede Fotografie bildet ab, ist jedoch nicht die Wirklichkeit. Von der Erkenntnistheorie, Linguistik und Semantik lernte ich, dass Wörter und Bilder nicht die Wirklichkeit sind, sondern eben ein Abbild.
• In deinem ersten Blogbeitrag (Den Ball vor dem Kopf verhindert den Blick auf das Spielfeld) lieferst du selbst eine Entgegnung mit den Worten „Wer beim perspektivischen Zeichnen aufgepasst hat, weiss, dass Quadrate in der Entfernung zu Rhomben werden.“ Und diese Rhomben sind nicht die Wirklichkeit, sondern eine Darstellungsform in einem neuen Kontext.
• Der Sportfotograf hält z. B. ein Foul, die Berührung des Beins an das Schienbein des Gegners oder den Kopfball fest. Die Ansicht mit einem Teleobjektiv wird für das Auge vergrössert und die Tiefenunschärfe – allgemein anerkannte optische Verfälschung – spielt bei diesen sich fast berührenden Spielern und Objekten fast keine Rolle.
• Euer Foto der Hochhäuser befindet sich nicht in einem cm- oder wenigen m-Bereich. Die Jesuitenkirche und die Hochhäuser sind 2 Kilometer voneinander entfernt. Der Fotograf ist zusätzlich mindestens 500m (beim Schirmerturm) entfernt. Die Tiefenunschärfe verfälscht solche Distanzen markant. Die Vorderansicht der Jesuitenkirche bleibt „relativ“ real, die Ansicht der Hochhäuser bleibt „relativ“ real, jedoch die verkürzte Tiefe ordnet die beiden Objekte einander zu, als ob sie sehr nahe beieinander stehen. Der Verkürzungsfaktor erreicht gern und gut den Faktor 10 und mehr. Das neue fotografierte Verhältnis der Objekte ist ein totales Kunstverhältnis. Dies ist alles im Gesetz der Optik enthalten, ebenso die mathematischen Verhätnisrechnungen mit den Proportionalitäten.

Zu den anderen Argumenten:
Zum Punkt 2: Das REZ hat nicht die Aufgabe Sportvereine finanziell zu fördern. Die öffentliche Hand schon eher, falls sie Breitensportförderung will.

Zum Punkt 3: Die Oberflächenversiegelung kann kein Wasser speichern. Bei Betonplatten und Asphaltflächen ist dem so. Ein begrüntes Dach kann diese Funktion eingeschränkt wahrnehmen.

Zum Punkt 4: Vier Fehler hast du korrigiert. Die Investitionsplanung erfuhr einige Aenderunge, was normal und erklärbar ist. Die Gesamtsumme für die Bildung ist schlussendlich das schlagende Argument, ob gespart wird oder nicht. Insgesamt wurden die Investitionen für die Bildung innerhalb zweier Jahre um 14 Millionen aufgestockt. Alles andere, es werde an der Bildung gespart, ist eine Verschwörungstheorie.

Zum Punkt 5: Dein Komitee vertritt ein 50m-Becken. Dies räumst du jetzt ein. Die Wortspalterei hast du aber nicht aufgegeben. Wünschbar ist wirklich alles, sogar jeden Blödsinn. Ausser deinem Komitee kenn ich keine Fachleute und keinen Schwimmverein, der nicht für das KOI-Hallenbad ohne 50m-Becken eintritt.

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Von: Hans Stutz https://archiv.gruene-luzern.ch/blog/2008/11/22/eingeschraenkte-und-manipulierte-sichtweise-von-hans-stutz/comment-page-1/#comment-171 Sun, 23 Nov 2008 13:20:24 +0000 https://archiv.gruene-luzern.ch/blog/?p=270#comment-171 Der Ball vor dem Kopf verhindert den Blick auf das Spielfeld

1. Wo kein Konsens besteht, sollte man auch keinen Konsens herzustellen versuchen. Teleobjektive verfälschen nichts, sondern bilden die Wirklichkeit ab, gemäss den Gesetzen der Optik.

2. Tatsache ist, dass bei den bisherigen PPP-Projekten der Stadt Luzern (Bourbaki-Zentrum, KKL, Regionales Eiszentrum REZ) die Stadt schlussendlich bei finanziellen Schwierigkeiten wieder zu Kasse gebeten wurde bzw. wird. Beim REZ soll dies nun indirekt über Beiträge an einige Clubs geschehen. Erhellend in diesem Zusammenhang ein Blick in den stadträtlichen Bericht und Antrag vom Oktober 2000: „Dieses Finanzierungsmodell basiert auf einer Vollfinanzierung mit der Konsequenz, dass das Regionale Eiszentrum inskünftig den Betrieb selber finanzieren kann und nicht mehr auf Zuschüsse angewiesen ist.“ B+A 42/2000, S. 2 (Übersicht).

3. Die Schiesshalle solle den Boden nicht versiegeln? Schlagen wir einmal huschhusch bei wikipedia nach. Dort kann man nachlesen, dass der Begriff in mehreren Zusammenhängen gebraucht wird, „auch im religiösen Bereich“, dass er „im Bauwesen, Umweltschutz und Raumplanung“ mehrere Bedeutungen haben kann, so „das wasserdichte Verschließen der Erdoberfläche, beispielsweise die durch Asphalt, Bitumen, Beton oder Gebäude bedingte Flächenversiegelung“. Genau dies, das wasserdichte Verschliessen der Erdoberfläche, soll bei der Schiesshalle wie auch bei den dazugehörigen Parkplätzen geschehen.

4. In der Tat habe ich da einige Jahreszahlen falsch abgelesen, die entsprechende Tabelle wird im Blog-Eintrag berichtigt.
Tatsache bleibt aber, dass die Ausführung aller in Aussicht genommenen Schulhausrenovationen nach hinten verschoben wird. Die ausgewiesenen hohen Investitionen für die Schulhausrenovationen dokumentieren in erster Linie den hohen und seit längerem bekannten Nachholbedarf. Der Grossteil der Investitionen soll – gemäss Investitionsplanung in „Gesamtplanung 2009-2003, S. 85“ – nun aber erst nach dem Bau der Sportanlagen erfolgen, nämlich 2009 17.5 Mio., 2010 12 Mio., dann aber 2011 24 Mio., 2012 19,3 Mio. Franken und 2013 16.0 Mio. Auffällig ist ja auch, dass die für 2010 geplanten Investitionen für Schulhausrenovationen innert einem Jahr (2008 bis 2009) von 16.3 auf 12 Mio. zurückgestaucht wurden. Im übrigen ist die Vertagung der Investitionen nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Kapazitäten der Baudirektion, deren Direktionsvorsteher sich ja jahrelang gegen einen Kapazitätsausbau – wie er auch von der Fraktion der Grünen/Junge Grüne wiederholt gefordert wurde – gewehrt hat.

5. Das Komitee „Allmend ohne Hochhäuser“ hat nicht ein 50-Meter-Becken gefordert, sondern es als wünschbar – in der Zukunft – bezeichnet. Oder anders ausgedrückt: Der Hallenbad-Neubau soll einen späteren Ausbau nicht verunmöglichen. Im angesprochenen Flugblatt steht denn auch: „Luzern verliert … die Hoffnung auf ein 50-Meter-Schwimmbecken. Das vorliegende Hallenbadprojekt verhindert jeglichen späteren Ausbau und damit auch die Erstellung eines für die Stadt Luzern wünschbaren 50-Meter-Schwimmbeckens für mehrere Jahrzehnte“.

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