{"id":4686,"date":"2015-08-06T12:20:31","date_gmt":"2015-08-06T11:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raffael-fischer.ch\/?p=2924"},"modified":"2015-08-06T12:20:31","modified_gmt":"2015-08-06T11:20:31","slug":"schnellschuesse-sind-keine-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2015\/08\/06\/schnellschuesse-sind-keine-loesung\/","title":{"rendered":"Schnellsch&#252;sse sind keine L&#246;sung"},"content":{"rendered":"<p>Aufgrund diverser Krisen in mehreren Weltgegenden sind zur Zeit viele Menschen auf der Flucht, so viele wie nie mehr seit dem Zweiten Weltkrieg. F&#252;r das Ziel eines besseren Lebens riskieren sie auch gef&#228;hrliche Reisen in kaum seetauglichen Booten, Tausende sterben. Wer die &#220;berfahrt schafft, findet nicht das erhoffte Paradies, sondern steht am Rand der Gesellschaft in den Aufnahmel&#228;ndern, wird registriert, in Lager gesteckt und wartet auf einen Entscheid, der oft genug negativ ausf&#228;llt. <\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert zogen viele Schweizer nach Amerika, um der Armut zu entfliehen. Das waren typische &#8222;Wirtschaftsfl&#252;chtlinge&#8220;, wie man sie heute nennen w&#252;rde. Die Schweiz entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem modernen Land und wurde seither selbst zum begehrten Ziel von Arbeitsmigranten. Dass dadurch eine bunte Migrationsgesellschaft entstand, wollen viele &#8222;Schweizer&#8220; aber bis heute nicht wahrhaben. Hartherzig und hysterisch wird auf jeden Anstieg der Asylsuchenden reagiert, wie aktuell wieder zu beobachten ist. Dabei handelt es sich nicht um Hunderttausende, wie Parolen von einer &#8222;V&#246;lkerwanderung&#8220; glauben machen. Effektiv sind es j&#228;hrlich rund 20&#8217;000 Menschen, die in der Schweiz um Asyl bitten, in Spitzenjahren auch einmal 30&#8217;000. Das sind schon viele, aber in einem der reichsten L&#228;nder ist die Unterbringung und Versorgung einer solchen Zahl problemlos m&#246;glich. Im ungleich &#228;rmeren Libanon lebten 2011 knapp 4 Millionen Menschen, inzwischen zus&#228;tzlich &#252;ber eine Million Fl&#252;chtlinge aus Syrien. Vor diesem Hintergrund wirken manche Klagen &#252;ber angebliche Horden von Zuwandernden in der Schweiz, in Ungarn oder England, geradezu grotesk.  <\/p>\n<p>Der Luzerner Regierungsrat fordert dennoch vom Bundesrat, keine Fl&#252;chtlinge mehr aus Eritrea aufzunehmen. Es steht aber nicht in seiner Kompetenz zu beurteilen, welche Herkunftsl&#228;nder &#8222;sicher&#8220; sind und welche nicht. Daf&#252;r fehlt unseren Regierungsr&#228;ten, genau wie mir, das Wissen &#252;ber die Situation vor Ort. Es gibt Berichte &#252;ber schlimme Menschenrechtsverletzungen und jahrelange Zwangsarbeit. Deshalb erhalten viele Eritreer zwar kein Asyl, aber den Status der vorl&#228;ufigen Aufnahme. Statt ihnen die Arbeit zu verbieten, sollte mehr sinnvolle Besch&#228;ftigung angeboten werden. Zudem m&#252;ssen alle Bem&#252;hungen verst&#228;rkt werden, die Situation in den Herkunftsl&#228;ndern zu verbessern. L&#246;sungsans&#228;tze w&#228;ren eine effektive Entwicklungszusammenarbeit und keine Waffenexporte mehr in Krisenregionen. Der Luzerner Brief hingegen ist ein Schnellschuss, der nichts bringt, ausser etwas Aufmerksamkeit im (Vor-) Wahlkampf. Politiker in den Kantonen und den Gemeinden sollen besser daf&#252;r schauen, dass gen&#252;gend Pl&#228;tze bereit stehen, um die Fl&#252;chtlinge menschenw&#252;rdig unterzubringen und Probleme zu verhindern. Es steht der Schweiz gut an, ihre humanit&#228;re Verantwortung wahrzunehmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund diverser Krisen in mehreren Weltgegenden sind zur Zeit viele Menschen auf der Flucht, so viele wie nie mehr seit dem Zweiten Weltkrieg. F&uuml;r das Ziel eines besseren Lebens riskieren sie auch gef&auml;hrliche Reisen in kaum seetauglichen Booten, Tausende sterben. 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