{"id":4925,"date":"2016-01-25T12:58:26","date_gmt":"2016-01-25T11:58:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/?p=4925"},"modified":"2016-01-25T13:17:16","modified_gmt":"2016-01-25T12:17:16","slug":"die-cvp-familieninitiative-ist-eine-mogelpackung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2016\/01\/25\/die-cvp-familieninitiative-ist-eine-mogelpackung\/","title":{"rendered":"Die CVP-Familieninitiative ist eine Mogelpackung"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitrag von Martin Abele<\/em><\/p>\n<p>Der Titel dieser Initiative klingt gut. Wer k&#246;nnte da schon dagegen sein. Die Initiative ist aber eine Mogelpackung. Das sind die Fakten:<br \/>\n<strong><br \/>\n1. Nur wenige Ehepaare sind steuerlich benachteiligt<\/strong><br \/>\nDie steuerlichen Nachteile der Ehepaare sind mittlerweile in fast allen Kantonen beseitigt. Nach einem Bundesgerichtsurteil, das die Ungleichbehandlung der Ehepaare r&#252;gt, haben n&#228;mlich Bund und Kantone ihre Besteuerungssysteme angepasst. Auf kantonaler Ebene sind Ehepaare nunmehr bevorteilt. Heute betrifft die \u00abHeiratsstrafe\u00bb nur noch rund 80\u2018000 von total 1,3 Millionen Ehepaaren \u2013 vor allem solche mit &#252;berdurchschnittlichem Einkommen. Fast 90 Prozent der Ehepaare sind im Vergleich zu unverheirateten Paaren bevorteilt oder gleich behandelt. Rechnet man die kantonalen Steuern hinzu, ist der Anteil der Benachteiligten noch kleiner, und inklusive Sozialversicherungen (wo es per saldo einen Heiratsbonus gibt) sind es nochmals weniger.<\/p>\n<p><strong>2. Es drohen immense Steuerausf&#228;lle<\/strong><br \/>\nW&#252;rde man diesen reichen Paaren steuerlich entgegen kommen, kostet das alleine auf Bundesebene bis zu 1,9 Milliarden. Dazu k&#228;men weitere 400 Millionen zu Lasten von Kantonen und Gemeinden, also insgesamt 2.3 Milliarden Franken. Dies hat die abgetretene Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf bei der Botschaft zur Initiative errechnet. Ein teures Steuergeschenk f&#252;r wenige.<br \/>\n<strong><\/p>\n<p>3. Das vorgeschlagene Steuermodell ist der falsche Weg<\/strong><br \/>\nDie Definition der Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft schreibt ein Modell in die Verfassung, das neue Ungerechtigkeiten schafft. Die Initiative versperrt den Weg zur Individualbesteuerung. Diese ist aber der einzige Weg, alle Lebenspartnerschaften gleich zu behandeln. Die von den Initianten gew&#228;hlte gemeinschaftliche Besteuerung benachteiligt im Gegensatz zur Individualbesteuerung das tiefere Teilzeiteinkommen (also vor allem jenes der Frauen). 60 Prozent der M&#252;tter sind teilzeiterwerbst&#228;tig, bei den V&#228;tern sind es 10 Prozent. Das Modell der CVP w&#252;rde die Teilzeit Arbeitenden benachteiligen.<\/p>\n<p><strong>4. Gleichgeschlechtliche Paare werden diskriminiert<\/strong><br \/>\nIndem die Inititiative die Ehe ausdr&#252;cklich als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau definiert, schliesst sie gleichgeschlechtliche Paare explizit aus. Dadurch w&#252;rde die M&#246;glichkeit verbaut, dass die Ehe f&#252;r alle ge&#246;ffnet werden kann, wie sie in vielen L&#228;ndern bereits existiert. Holland, Belgien, Spanien, Kanada, S&#252;dafrika, Norwegen, Schweden, Portugal, Island, Argentinien, D&#228;nemark, Brasilien, Frankreich, Uruguay, Neuseeland, England, Schottland, Luxemburg, Finnland, Irland, USA\u2026. Diese L&#228;nder sind uns weit voraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Martin Abele Der Titel dieser Initiative klingt gut. Wer k&#246;nnte da schon dagegen sein. Die Initiative ist aber eine Mogelpackung. Das sind die Fakten: 1. 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