{"id":5367,"date":"2017-11-26T13:21:49","date_gmt":"2017-11-26T12:21:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/?p=2171"},"modified":"2017-11-26T13:21:49","modified_gmt":"2017-11-26T12:21:49","slug":"wie-sich-die-zentralschweizer-kantone-in-die-tiefe-reissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2017\/11\/26\/wie-sich-die-zentralschweizer-kantone-in-die-tiefe-reissen\/","title":{"rendered":"Wie sich die Zentralschweizer Kantone in die Tiefe reissen"},"content":{"rendered":"<p>Gestern erschien in der <a href=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/17_11_25_LZ_Steuern.pdf\">Luzerner Zeitung<\/a> eine gute Zusammenfassung zu den neuesten Steuerstatistiken. Keineswegs staubtrockenes Material, sondern die Zahl gewordenen Umst&#228;nde unserer Finanzmisere.<\/p>\n<p>Nat&#252;rlich kann man aus Sicht der vereinigten Staatsabbauerinnen und Staatsabbauer applaudieren: Die Steuerbelastung hat im Kanton Luzern zwischen 2003 und 2013 massiv abgenommen. Innert zehn Jahren verkleinerte sich die Steueraussch&#246;pfung des Kantons und der Gemeinden in Luzern um fast einen Drittel. Das heisst konkret: Von jedem verdienten Franken eines Haushaltes oder einer Firma gehen 30.7 Prozent weniger als Steuern an den Staat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-2176 \" src=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ver%C3%A4nderung_Steueraussch%C3%B6pfung_2003_2013.jpg\" alt=\"\" width=\"527\" height=\"317\" srcset=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ver&#228;nderung_Steueraussch&#246;pfung_2003_2013.jpg 480w, http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ver&#228;nderung_Steueraussch&#246;pfung_2003_2013-300x181.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 527px) 100vw, 527px\" \/><\/p>\n<p>Kaum ein anderer Kanton hat die Steuerlast und damit auch den Steuerertrag derart verkleinert. Am vergleichbarsten sind noch die anderen Zentralschweizer Kantone, die ebenfalls ausnahmslose die Steuerlast &#252;berdurchschnittlich senkten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun ist es nicht so, dass die Volkswirtschaft in den letzten zehn Jahren urpl&#246;tzlich stark angewachsen w&#228;re und unser Kanton derart reich geworden w&#228;re, dass er mit einer tieferen Steueraussch&#246;pfung gut &#252;ber die Runde kommen k&#246;nnte. Nein, unser Kanton liegt immer noch unter dem nationalen Schnitt, und vor allem unter dem Schnitt seiner Nachbarkantone, die volk<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2173 size-full alignleft\" src=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ressourcenpotenzial_2018_Basis_2013.jpg\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"403\" srcset=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ressourcenpotenzial_2018_Basis_2013.jpg 481w, http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ressourcenpotenzial_2018_Basis_2013-300x251.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/p>\n<p>swirtschaftlich gesehen, wesentlich reicher sind. Will heissen, deren Haushalte verf&#252;gen &#252;ber ein h&#246;heres Einkommen und mehr Firmen machen h&#246;here Gewinne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb ist es besonders fatal, dass Luzern im gesamtschweizerischen Schnitt nur 80 Prozent seines Steuerpotenzials im Vergleich zu allen anderen Kantonen aussch&#246;pft. Seine Wirtschaftskraft ist zwar geringer als im nationalen Vergleich, aber davon meint unser Kanton noch, er m&#252;sse nur einen unterdurchschnittlichen Anteil abholen, um seine Aufgaben finanzieren zu k&#246;nnen.\u00a0 Wohin es f&#252;hrt, sehen wir nun seit Jahren im Kanton Luzern: Er k&#252;rzt und k&#252;rzt und kommt trotzdem auf keinen gr&#252;nen Zweig, denn letztlich ist schlicht und einfach unterfinanziert. Und die Gefahr w&#228;chst jedes Jahr, dass er seine Standortvorteile &#8211; N&#228;he Z&#252;rich, tolles Kulturangebot, gute Bildungsangebote, sch&#246;ne Naherholungsgebiete und &#252;berschaubare Verh&#228;ltnisse zerst&#246;rt. Wenn die Verwaltung &#228;chzt, die Schulen leiden und eben bei der Kultur gestrichen wird, so machen wir mehr zunichte als wir gewinnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2174 size-full alignleft\" src=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steueraussch%C3%B6pfung_2017.jpg\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"289\" srcset=\"http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steueraussch&#246;pfung_2017.jpg 481w, http:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steueraussch&#246;pfung_2017-300x180.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Falsch ist nicht: Der Kanton Luzern ist in einer ausserordentlichen politisch-geographischen Situation mit Nachbarn in der Zentralschweiz, die ebenfalls eine aggressive Niedrigsteuerpolitik fahren.<\/p>\n<p>Aber richtig ist eben auch nicht, diese Politik als Fl&#228;chenkanton mit einer Zentrumsstadt kopieren zu wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die negativen Folgen dieses Steuerwettbewerbs sind offensichtlich. Wir m&#252;ssen ihn eind&#228;mmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mit der neuen Steuervorlage kann der Bund mindestens die Vorgaben f&#252;r die Kantone strikter formulieren als in der abgelehnten USR III. Will heissen: Keine fakultativen Steuerabz&#252;ge, die die Kantone einf&#252;hren k&#246;nnen und sich dann wieder gegenseitig unter Druck setzen. In diesem Bereich gibt es auch in der bestehenden Gesetzgebung Handlungsbedarf, sei das im Bereich der Erbschaftssteuer oder Liegenschaftensteuern, die von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind und von Mal zu Mal abgebaut werden.<\/li>\n<li>Keine &#196;nderungen beim Finanzausgleich, die aggressiven Steuerwettbewerb belohnen.<\/li>\n<li>Ganz im Gegenteil: Es braucht eine St&#228;rkung des Finanzausgleichs, damit Kleinkantone ohne Zentrumslasten sich st&#228;rker an diesen beteiligen m&#252;ssen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und nat&#252;rlich brauchen wir einen Luzerner Regierungsrat, der unseren Kanton nicht zur Kopie von Schwyz oder Nidwalden machen will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern erschien in der Luzerner Zeitung eine gute Zusammenfassung zu den neuesten Steuerstatistiken. Keineswegs staubtrockenes Material, sondern die Zahl gewordenen Umst&auml;nde unserer Finanzmisere. 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