{"id":5491,"date":"2018-03-23T16:01:05","date_gmt":"2018-03-23T15:01:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/?p=2269"},"modified":"2018-03-23T16:01:05","modified_gmt":"2018-03-23T15:01:05","slug":"den-champagner-trinken-andere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2018\/03\/23\/den-champagner-trinken-andere\/","title":{"rendered":"Den Champagner trinken andere"},"content":{"rendered":"<p>Bezahlbarer Champagner im Restaurant? Mit diesem Spruch konterte gestern NZZ-Redaktor Lucien Scherrer die Initiative \u00abMehr bezahlbare Wohnungen\u00bb. Was beim ersten Lesen ein halbgegorenes Wortspiel ist, trifft doch genau den Kern der Sache.<\/p>\n<p>Tats&#228;chlich \u2013 die Forderung ist abstrus, schliesslich kann ich auf Sekt oder Weisswein umsteigen, den Champagner zu Hause trinken oder halt einmal abstinent sein. Beim Wohnen ist das wohl etwas anders: Wohnen ist ein Grundbed&#252;rfnis und die Wohnkosten sind der gr&#246;sste Ausgabenposten der Haushalte. Genau dies rechtfertigt, dass die &#246;ffentliche Hand im Gegensatz zum Champagner beim Wohnen lenkend eingreift.<\/p>\n<p>Das st&#246;sst der NZZ sauer auf. Sie hat aufgedeckt, dass in Z&#252;rich auch Stadtparlamentarier in Genossenschaftswohnungen leben. Welche &#220;berraschung! Dort geh&#246;ren gl&#252;cklicherweise knapp 30 Prozent der Mietwohnungen gemeinn&#252;tzigen Wohnbautr&#228;gern. \u00a0 Falsch ist auch die in der NZZ oft kolportierte Behauptung, in den Genossenschaften wohnten haupts&#228;chlich gutverdienende hippe Leute. In Tat und Wahrheit haben Mieter in Genossenschaften das tiefere Bildungsniveau als Personen in anderen Mietwohnungen oder gar im Wohneigentum und damit auch ein tieferes Einkommen. Weiter wird moniert, der Ausl&#228;nderanteil sei oft tief. Dabei zeigen die vorhandenen Zahlen, dass der Ausl&#228;nderanteil in Genossenschaftswohnungen durchschnittlich ist, unter den Ausl&#228;nder aber wiederum jene &#252;bervertreten sind, die weniger beg&#252;tert sind. Der Pro-Kopf-Bedarf an Wohnfl&#228;che in Genossenschaftswohnungen ist bedeutend tiefer als in anderen Mietwohnungen. Kein Wunder: Es bestehen oft Belegungsvorschriften.<\/p>\n<p>Das Schlechtreden der Genossenschaften wird nicht gelingen. Viele Menschen sch&#228;tzen den gemeinn&#252;tzigen Wohnungsbau, weil er preiswerte Wohnungen schafft, meistens auf anst&#228;ndige Art und Weise Sanierungen durchf&#252;hrt und den Bewohnerinnen und Bewohner eine Mitsprache erm&#246;glicht. Damit schaffen Wohnbaugenossenschaften, Stiftungen oder Gemeinden Identit&#228;t und Lebensqualit&#228;t, wie es auch Wohneigent&#252;mer suchen.<\/p>\n<p>PS: Momentan trinken auf dem Wohnungsmarkt nicht die Mietenden den Champagner, sondern andere dank Durchschnittsrenditen von 5 bis 6 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bezahlbarer Champagner im Restaurant? Mit diesem Spruch konterte gestern NZZ-Redaktor Lucien Scherrer die Initiative &laquo;Mehr bezahlbare Wohnungen&raquo;. Was beim ersten Lesen ein halbgegorenes Wortspiel ist, trifft doch genau den Kern der Sache. Tats&auml;chlich &ndash; die Forderung ist abstrus, schliesslich kann ich auf Sekt oder Weisswein umsteigen, den Champagner zu Hause trinken oder halt einmal abstinent &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/2018\/03\/23\/genossenschaft-bashing-ohne-faktengrundlage\/\"><span>&#8222;Den Champagner trinken andere&#8220;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[459,773],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5491"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5491"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5491\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5492,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5491\/revisions\/5492"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}