{"id":6007,"date":"2019-12-09T12:14:14","date_gmt":"2019-12-09T11:14:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/?p=3059"},"modified":"2019-12-09T12:14:14","modified_gmt":"2019-12-09T11:14:14","slug":"wer-von-sinkenden-wohnkosten-profitiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2019\/12\/09\/wer-von-sinkenden-wohnkosten-profitiert\/","title":{"rendered":"Wer von sinkenden Wohnkosten profitiert"},"content":{"rendered":"<p>Bald geht es in den Abstimmungskampf f&#252;r die nationale Wohn-Initiative. Die Argumentation der Gegner*innen hat geht in eine Richtung: In den letzten Jahren wurde Wohnen g&#252;nstiger, die Mieten sinken, wo also ist das Problem. Selbst der Bundesrat hat diese Haltung im Abstimmungsb&#252;chlein auf S. 9 auf geradezu halsbrecherische Art &#252;bernommen und vermischt willk&#252;rlich verschiedene Mietpreisindizes um diese Haltung zu untermauern. Eine kuriose Bastelei\u00a0 &#8211; aber zu dieser zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt.<\/p>\n<p>Halten wir fest: Der einzige<a href=\"https:\/\/www.mietrecht.ch\/db\/mietpreisindex_list.php?Basis=2000\"> offizielle Mietpreisindex<\/a> der Schweiz steigt nach wie vor an. Und schauen wir genauer hin: Was ist genau mit den Wohnkosten in Zeiten massiv sinkender Zinsen passiert? Die Haushaltsbudgeterhebung zeigt die Kostenentwicklung aller Ausgaben und Einnahmen eines Haushalts auf. Alle drei Jahre werden diese Zahlen zwischen Haushalte, die in Miete leben und solchen im Wohneigentum, aufgeschl&#252;sselt.<\/p>\n<p>Das Resultat zeigt deutlich, was gef&#252;hlt l&#228;ngst klar ist: Wohneigent&#252;mer*innen geben seit der Zinswende immer weniger f&#252;rs Wohnen aus. Sie wurden massiv entlastet. Kein Wunder &#8211; die Halbierung der Hypozinsen hat sich bei ihnen direkt in tieferen Ausgaben und einem volleren Portemonnaie durchgeschlagen.\u00a0 Vergleicht man die Ausgaben Hypozinsen (Eigent&#252;mer) und Miete (Mietende), so f&#228;llt das Ergebnis sehr deutlich aus. Die Schere geht prozentual immer weiter auseinander. Ein Mieterhaushalt bezahlt aktuell 18 Prozent mehr Miete als 2007, ein Haushalt im Wohneigentum dagegen &#252;ber 20 Prozent weniger Hypozinsen als 2007.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-3062 size-full\" src=\"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2019_HABE_Wohnkosten_Nettomiete_Hypozinsen-1.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2019_HABE_Wohnkosten_Nettomiete_Hypozinsen-1.jpg 630w, https:\/\/www.michael-toengi.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2019_HABE_Wohnkosten_Nettomiete_Hypozinsen-1-300x153.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><\/p>\n<p>Sollte das nicht zu denken geben? Wenn es etwa noch heisst, wir br&#228;uchten Renditeliegenschaften, um die Pensionskasse nicht hopp gehen zu lassen? Hier passiert eine gigantische Umverteilung. W&#228;hrend alle, die sich Wohneigentum leisten konnten, dank den Tiefstzinsen bei den Wohnkosten ordentlich sparen k&#246;nnen und &#252;ber dritte S&#228;ule oder andere M&#246;glichkeiten ihre Altersvorsorge aufbessern k&#246;nnen, m&#252;ssen Mieter*innen f&#252;rs Wohnen immer mehr zahlen und sind in Zeiten von Nullzinsen doppelt bestraft. Sie profitieren beim Wohnen nicht, k&#246;nnen auch weniger auf die Seite legen und sp&#252;ren gleichzeitig voll die Einbussen bei den Pensionskassen.<\/p>\n<p>Wer sich kein Wohneigentum leisten kann, dem k&#246;nnen Wohnbaugenossenschaften helfen. Sie vermieten ihre Wohnungen nach Kostenberechnungen, wie sie auch ein privater Wohneigent&#252;mer, eine private Wohneigent&#252;merin macht. Das m&#252;sste doch m&#246;glichst viele von ihnen aus Solidarit&#228;t zu einem Ja zur Wohninitiative bewegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bald geht es in den Abstimmungskampf f&uuml;r die nationale Wohn-Initiative. 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