{"id":6014,"date":"2019-12-11T12:00:47","date_gmt":"2019-12-11T11:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.michael-toengi.ch\/?p=3066"},"modified":"2019-12-11T12:00:47","modified_gmt":"2019-12-11T11:00:47","slug":"zuerst-kommt-die-macht-und-dann-die-staatsraeson","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-luzern.ch\/blog\/2019\/12\/11\/zuerst-kommt-die-macht-und-dann-die-staatsraeson\/","title":{"rendered":"Zuerst kommt die Macht und dann die Staatsr&#228;son"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Keine gr&#252;ne Bundesr&#228;tin: Das Parlament hat deutlich entschieden, an der parteipolitischen Zusammensetzung des Bundesrates nichts zu &#228;ndern. Weiter werden vier FDP- und SVP-Bundesr&#228;t*innen die Mehrheit im Gremium stellen, obwohl diese Parteien in beiden Parlamentskammern in Bern weit von einer Mehrheit weg sind. Dass die FDP und mit ihr die SVP aus Gr&#252;nden des Machterhalts an ihren Bundesr&#228;t*innen festhalten w&#252;rden \u2013 geschenkt und nicht weiter verwunderlich. Dass GLP und CVP offensichtlich sehr klar dieser rechtsb&#252;rgerlichen Mehrheit zu weiteren vier Jahren verhilft, zeigt eines: Den beiden Parteien ist es ganz recht, wenn FDP und SVP den Ton im Bundesrat angeben und sie sich mal anschmiegen oder mal mit etwas Kritik abgrenzen k&#246;nnen. Neue Mehrheiten mit wechselnden Konstellationen, einer vermehrten offenen Mehrheitssuche wie im Parlament, das wird von dieser sogenannten Mitte offensichtlich gar nicht gew&#252;nscht. Sogenannt, weil die Frage erlaubt ist, wo die Mitte ist, wenn sie so deutlich nach rechts r&#252;ber kippt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Untermauert wurde die Zementierung der bisherigen Zusammensetzung von den Fraktionssprechern mit teils kreativen, teils akrobatischen &#220;bungen. Den W&#228;hlerwillen abzubilden, sei der Kern der Konkordanz, aber nicht jetzt, sondern erst sp&#228;ter. Man w&#228;hle keine Bisherigen ab \u2013 wie war das 2003? \u2013 und die FDP musste sogar ihre Vertretung in kantonalen Regierungen heranziehen, um ihren Anspruch im Bundesrat zu rechtfertigen, da die Konkordanz \u201ekeine exakte Wissenschaft\u201c sei. Stimmt, aber auch mit viel, viel Runden hat die FDP ihren Anspruch auf zwei Sitze verloren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Sei\u2019s drum. Durchgesetzt hat sich damit eine b&#252;rgerliche Phalanx mit einer klaren Ansage, wer mit wem paktiert. Auf der Strecke geblieben sind dagegen all die Beschw&#246;rungen, Diskussionen und Abhandlungen &#252;ber unser Staatssystem, die Konkordanz, das einzigartige System der Schweiz. Fressen und Moral oder eben Macht und Staatsr&#228;son<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Wer es mit der Konkordanz ernst nehmen will, kann gerade nicht auf Blockierung und Festhalten machen, sondern m&#252;sste den Wandel nach einer Wahl erm&#246;glichen. Die Wahl hat die Klimafrage ins Zentrum gestellt und dem Parlament einen Auftrag erteilt. F&#252;r das Klima wird es mit der altneuen Zusammensetzung des Bundesrates nicht einfacher \u2013 wir werden den Druck im Parlament und vor allem in der Zivilgesellschaft erh&#246;hen. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine gr&uuml;ne Bundesr&auml;tin: Das Parlament hat deutlich entschieden, an der parteipolitischen Zusammensetzung des Bundesrates nichts zu &auml;ndern. Weiter werden vier FDP- und SVP-Bundesr&auml;t*innen die Mehrheit im Gremium stellen, obwohl diese Parteien in beiden Parlamentskammern in Bern weit von einer Mehrheit weg sind. 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