Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2001

Sehr gutes Verpflegungs- und Versorgungsangebot für Studierende bei einer Uni Luzern in Horw

Archiv: 19. April 2001

Einfache Anfrage von Pascal Süess

In den Bewerbungsunterlagen und der Informationsbroschüre "Uni Luzern in Horw - Bildung mit Lebensqualität am See" wirbt der Gemeinderat u.a. mit den sehr guten Verpflegungs- und Versorgungsangeboten. Dabei schreibt er wortwörtlich: "Weitere niederschwellige Verpflegungs- bzw. Einkaufsmöglichkeiten entstehen beim Pilatus-Markt mit einem grossen Coop-Center und weiteren Verkaufsläden, einem Coop-Restaurant, einer Brasserie, einem Coffee-Shop und einem Mac Donalds sowie einem grösseren 3-Sterne Hotel - etwa 600m westlich von den Standorten A-D." Die Verpflegungs- und Versorgungsangebote des Horwer Gewerbes sind hingegen nicht explizit erwähnt, sondern nur im beigelegen Plan ersichtlich.

Beim Bericht und Antrag Nr. 1048 über die Ortskerngestaltung schreibt der Gemeinderat, dass es für die zukünftige Einkaufsattraktivität der Horwer Geschäfte wichtig sei, dass das Angebot in Horw vor der Eröffnung des neuen Pilatusmarktes spürbar verbessert werden könne, um einer weitergehenden Kaufkraftabwanderung in den Schlund zu begegnen.

Diese beiden Aussagen widersprechen sich nach meiner Auffassung. Man kann nicht einer potentiellen Kaufkraft, sprich den allenfalls kommenden Studierenden, das nahegelegene Shoppingparadies als niederschwellige Verpflegungs- bzw. Einkaufsmöglichkeiten anbieten und den eigenen Bürgerinnen und Bürger klar machen wollen, dass die Ortskernplanung vorangetrieben werden müsse, um die Leute beim Einkaufen im Dorf zu behalten.

In diesem Zusammenhang bitte ich den Gemeinderat folgende Fragen zu beantworten:
  1. Wie kommt der Gemeinderat dazu, mit dem neu entstehenden Pilatus-Markt in der Uni-Broschüre als niederschwellige Verpflegungs- bzw. Einkaufsmöglichkeit für den Uni-Standort Horw zu werben?
  2. Wieso weist der Gemeinderat nicht auf den geplanten Ortskern hin? Wurde der Ortskern an den Bedürfnissen der jüngeren Generation vorbeigeplant?
  3. Welche Reaktionen sind vom örtlichen Gewerbe auf diese Äusserungen hin beim Gemeinderat eingetroffen?
  4. Wie glaubwürdig erscheint dem Gemeinderat seine eigene Aussage, der Kaufkraftabwanderung in den Schlund mit der Realisierung der geplanten Ortskerngestaltung zu begegnen?
Ich danke für die Beantwortung der Fragen.