Organisation der Zuteilung für den zweijährigen Kindergartenbesuch
Archiv: 29. Juni 2006
Interpellation von Christa Stocker Odermatt und Hans Stutz, namens der GB/JG-Fraktion, und Lathan Suntharalingam, namens der SP-Fraktion
Heute wachsen viele Kinder in Kleinfamilien auf. Nicht alle Kinder profitieren von einem optimalen familiären Umfeld. Die Sozialisierung aller Kinder sollte - unabhängig von ihrer Muttersprache, ihrer familiären Situation und ihrer sozialen Herkunft - so früh wie möglich beginnen. Wenn Kinder aus verschiedenen sozialen Hintergründen früh in ihrem sozialen, sprachlichen und emotionalen Lernen gefördert werden, begünstigt dies ihre Schullaufbahn. Erfahrungen aus anderen Kantonen und Gemeinden zeigen, dass viele Kinder von einem zweijährigen Kindergartenbesuch profitieren.
In der Stadt Luzern besteht die Möglichkeit, den zweijährigen Kindergarten zu besuchen, sofern genügend Platz vorhanden ist. Viele Kinder können in der Stadt Luzern den zweijährigen Kindergarten nicht besuchen, obwohl sie von ihren Eltern angemeldet wurden. Es sind nicht pädagogische Argumente, sondern Kapazitätsgründe, die entscheiden, wer gehen kann oder nicht. Bei grossen Jahrgängen ist die Chance kleiner, einer dieser begehrten Kindergartenplätze zu erhalten. Für das kommende Schuljahr wurden 140 Kinder für den Kindergarten angemeldet. Ca. 2/3 der Kinder wurden aufgenommen, 1/3 wurde abgelehnt.
Diese hohe Zahl veranlasst uns zu folgenden Fragen:
- Nach welchen Kriterien wurden die Kinder für das zweite Kindergartenjahr ausgewählt?
- In welchen Quartieren wurden wie viele Kinder abgewiesen?
- Wie viele fremdsprachige Kinder wurden abgewiesen?
- Wie stellt sich der Stadtrat zum zweijährigen Kindergarten? Welche pädagogischen Vorteile sieht er, wenn ein Kind den Kindergarten frühzeitig besuchen kann?
- Was gedenkt der Stadtrat zu unternehmen, damit möglichst bald alle Kinder deren Eltern dies wünschen, zwei Jahre den Kindergarten besuchen können? Dies auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Schülerzahlen in naher Zukunft sinken werden und Kapazitäten vorhanden wären?
