Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2006

Kinderspielplätze dürfen keine lästige Nebensache sein

Archiv: 13. November 2006

Interpellation von Philipp Federer namens der G/JG-Fraktion

Kinderspielplätze bei Wohnüberbauungen werden bei der Planung oft marginal abgehandelt. Die Qualität der Spielplätze, wenn überhaupt vorhanden, ist mangelhaft und meistens sind sie nur für Kleinkinder eingerichtet. So hat das Kinderparlament festgestellt, dass auch in der Tribschenstadt die Spielplätze den Bedürfnissen älterer Kinder nicht genügen. Der Beobachter (Nr. 9/ 2006) berichtete darüber unter dem Titel "Spielplätze - Die Kinder werden verschaukelt." Philipp Baumann von der Baugruppe des Luzerner Kinderparlamentes wird zitiert, dass es für Schulkinder rein gar nichts gibt. "Es hat keinen Tischtennis-Tisch, keinen Basketballkorb, keine Wiese, auf der man spielen könnte."

Die Spielflächen werden stiefmütterlich behandelt. Weil man aber von Gesetzes wegen eine bestimmte Fläche für Spielplätze einrichten muss, bestellen viele Bauherren am Schluss halt noch etwas aus dem Katalog für Kleinkinder. Wenn Eltern und Kinder für die Planung beigezogen werden, wird gemäss Auskunft von ExpertInnen die Qualität der Spielflächen besser. Die Baugruppe des Kinderparlaments schrieb ihre Vorbehalte gegenüber dem Spielplatzkonzept an die Investoren der Tribschenstadt. Eine Bauherrin war bereit die Kinder anzuhören. Der Firmensprecher der Alfred Müller AG hatte ein offenes Ohr für die Kinder und er bezeichnete das Treffen als sehr wertvoll. Für die Zukunft ist dieses Beispiel ein Anfang und ein Hoffnungsfunken. Weitere Initiativen und Gespräche für gute Spielplätze sind nach wie vor nötig.

Wir bitten den Stadtrat um die Beantwortung folgender Fragen:
  1. Kennt der Stadtrat die Problematik der qualitativ ungenügenden Kinderspielplätze?
  2. Ist sich der Stadtrat bewusst, dass Spielplätze einseitig für Kleinkinder eingerichtet werden?
  3. Sieht der Stadtrat Möglichkeiten, damit sich Kinder vermehrt bei der Spielplatzplanung einbringen können?
  4. Sieht der Stadtrat Möglichkeiten, damit sich das Tiefbauamt stärker qualitativ beratend einbringen kann?
  5. Werden Spielplätze seitens der Stadt auf ihren Zustand kontrolliert?
  6. Wer kontrolliert die Einhaltung der Vorschriften bei Bauvorhaben?
  7. Wie oft werden Ersatzabgaben bezahlt anstatt Spielflächen erstellt?
  8. Haben die Tribschenstadt und das Wobmanareal die Auflage - 15% anrechenbarer Spielfläche - erfüllt oder wurden Ersatzabgaben bezahlt?
  9. Wie hoch waren die Einnahmen der Ersatzabgaben für das ganze Stadtgebiet in den letzten Jahren und auf welches Konto werden sie verbucht?
  10. Welchen Stand hat das Konto mit den Ersatzabgaben und konnten genügend Ersatzprojekte unterstützt werden?