Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2007

Ein Leitbild für Gemeinschaft, Gesundheit und ein sinnerfülltes Leben im Alter 60 plus

Archiv: 13. März 2007

Motion von Agatha Fausch Wespe namens der G/JG-Fraktion

Ausgangslage
Ein Viertel der städtischen Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. In Luzern leben mehr alte Menschen als in anderen Schweizer Städten. Für die Generation 60 plus (60 plus = erste Etappe im höheren Lebensalter, gemäss Definition François Höpflinger, MAGAZIN UNIZUERICH 1/1999) ist der Lebensraum Stadt besonders bedeutungsvoll. Der Grossteil dieser Menschen ist bei guter Gesundheit und ökonomisch unabhängig. Gesundheit, soziale Vernetzung und Beteiligung am kulturellen Leben ist für die Generation 60 plus die beste Altersvorsorge.

Das Altersleitbild der Stadt Luzern (1990-2005) ist überholt. Viele der damals erstellten Leitsätze und Ziele sind umgesetzt. Anderes, insbesondere ressourcenorientierte Zugangsweisen, die Förderung von Selbsthilfe und soziokulturellen Angeboten sind nicht erfasst und wurden nur vereinzelt umgesetzt. Einige Ziele finden sich - allgemein formuliert - in den strategischen Grundlagen der Sozial- und Gesundheitspolitik 2002 wieder. Dort wird die Einbindung aller in soziale Beziehungen postuliert. In den Entwicklungszielen wird formuliert, dass alle in der Gesellschaft Entwicklungsmöglichkeiten finden und nutzen können.

Die Stadt zeigt auf, mit welchen Mitteln sie Familien, Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche Integration ermöglicht. Luzern sorgt auch gut für seine SeniorInnen, die von einer Behinderung oder von Krankheit betroffen sind.

Hingegen werden Fragen der Integration für die Generation 60 plus durch die städtische Sozialplanung kaum ausformuliert. Zwar ist der Seniorenrat ein anerkanntes Gremium für Fragen dieser Altersgruppe. Ihm stehen wenig Ressourcen zur Verfügung. Neu ins Pensionsalter Eintretende werden jährlich zur SeniorInnenfeier eingeladen. Damit verbunden ist auch die Zustellung des Wegweisers für die Generation 65 plus. Darin finden sich Angaben zur Bewältigung von auftretenden Defiziten im Alter. Zirka 50 Adressen geben Auskunft über Rollstuhltaxi, Haushilfen, Pflegedienste, Finanzierungshilfen, Altersheime bis zur Sterbebegleitung. Die ressourcenorientierten Angebote sind unter der Rubrik Wissen, Bildung und Bewegung aufgelistet und sind beschränkt auf zirka 5 Adressen. Nicht aufgezeigt wird, wo und wie sich die Generation 60 plus in der Stadt (mit oder ohne Erwerbseinkommen) hilfreich und nützlich machen kann.

Ziel
Die Stadt erarbeitet Ziele, Konzepte und Mittel, wie die Generation 60 plus gesund und gesellschaftlich integriert in der Stadt leben kann.

Mittel
Wir verlangen ein Leitbild zur Integration der Generation 60 plus in der Stadt Luzern. Dieses soll Auskunft darüber geben, mit welchen Mitteln die Lebensqualität für diese Generation gefördert werden kann. Das Leitbild soll in einem partizipativen Verfahren und in enger Zusammenarbeit mit dem SeniorInnenrat erarbeitet und verabschiedet werden. Diese Vorgehensweise soll dazu beitragen, dass ein integratives Leitbild entsteht. Das Leitbild soll einen umfassenden Überblick geben über die in der Stadt und Agglomeration vorhandene Infrastruktur, die von der Generation 60 plus genutzt werden kann. In Leitsätzen und damit verbundenen Umsetzungsschritten soll aufgezeigt werden, wie die Generation 60 plus dabei unterstützt wird, den Alltag in der Stadt gesund und sozial vernetzt zu gestalten.

Stellungnahme des Stadtrates (PDF)