Strategie zur Gewinnung von Hochqualifizierten für den Arbeitsmarkt des Kantons Luzern
Archiv: 4. Dezember 2007
Motion von Heidi Rebsamen und Mitunterzeichnenden
Wir fordern den Regierungsrat auf, zusammen mit der Wirtschaftsförderung Luzern einen Planungsbericht auszuarbeiten, wie in den kommenden Jahren Hochqualifizierte für den Arbeitsmarkt im Kanton Luzern gewonnen werden können.
Begründung:
Eine Analyse des Bundesamtes für Statistik über Hochschulabsolventenjahrgänge (Regionale Abwanderung von jungen Hochqualifizierten in der Schweiz. Empirische Analyse der Hochschulabsolventenjahrgänge 1998 bis 2004. Neuchâtel 2007) förderte zutage, dass es die Studierenden nach dem Abschluss des Studiums in die grossen Städte zieht. Auch die Abgängerinnen und Abgänger der Universität Luzern verlassen die Stadt. Dieses als Brain Drain bekannte Phänomen hat der Stadtrat Luzern bereits erkannt und will laut «Neuer Luzerner Zeitung» vom 21. April 2007 Massnahmen ergreifen, um die Studierenden zurückzugewinnen. Es macht jedoch wenig Sinn, dass eine einzelne Gemeinde das Problem anpackt, wenn eine ganze Region davon betroffen ist.
Der Brain Drain beeinträchtigt das wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortkommen einer Region. Für den Kanton Luzern stellen sich vor allem zwei Probleme: Die Ausbildungsinvestitionen (Sekundarstufe II, Stipendien, Kosten für auswärts Studierende) gehen durch die Abwanderung verloren, und Unternehmen finden zu wenig Hochqualifizierte. Eine dritte Schwierigkeit ergibt sich bei der Personenmobilität. Gut ausgebildete Luzernerinnen und Luzerner finden in den wirtschaftlichen Zentren Zug, Zürich und Bern adäquate Stellen und müssen das Pendeln auf sich nehmen.
Wir meinen, der Kanton Luzern hat ein ureigenes Interesse an Personen mit einem guten Bildungsrucksack. Deshalb sollten Massnahmen entwickelt werden, welche eine Zuwanderung von Hochqualifizierten in die Wege leiten und zur Schaffung von Arbeitsplätzen für gut Ausgebildete.
Aus den Antworten des Leiters der Wirtschaftsförderung Luzern in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 7. August 2007 ist zu entnehmen, dass das angesprochene Problem zu wenig ernst genommen wird und die Wirkung der bisherigen Taten (Gründung der Universität, der Pädagogischen Hochschule und der Fachhochschule) für die Rückkehr von Hochqualifizierten als zu optimistisch eingeschätzt werden.
Wie die Hochschule Luzern oder die Kantone Uri und Wallis aber vormachen, können sehr wohl aktiv Massnahmen ergriffen werden, welche die Rückkehr von Studierenden fördern. Die beiden Kantone haben Internetplattformen geschaffen (uri-link.ch und vs-link.ch), die eine positive Identifikation der Bevölkerung mit dem Kanton und eine positive Kommunikation nach aussen bewirken. Die Hochschule Luzern hat ebenfalls eine Internetplattform eingerichtet (Careers Service), die unter anderem den Austausch zwischen Unternehmen in der Region und Studierenden fördern will.
