Tätigkeiten und Vorhaben auf geschlechtsspezifischen Auswirkungen prüfen
Archiv: 8. März 2008
Postulat von Monique Frey namens der Grüne/SP-Fraktion
Frauen und Männer haben in unserer Gesellschaft unterschiedliche Rollen, machen unterschiedliche persönliche Erfahrungen und haben nicht immer die gleichen Interessen. Gender Mainstreaming bedeutet, diese geschlechtsspezifischen Realitäten in allen Tätigkeiten und Vorhaben mitzudenken, damit die Bedürfnisse beider Geschlechter gleichermassen zum Zug kommen, zum Beispiel bei der Konzipierung von Dienstleistungsangeboten, bei der Planung von Projekten, beim Entscheid über den Einsatz von Ressourcen, aber auch in der Personalpolitik, in Kommunikationskonzepten oder in der Finanzplanung.
Gender Mainstreaming bedeutet auch, Tätigkeiten und Vorhaben immer auf ihre eventuell geschlechtsspezifischen Auswirkungen zu prüfen und Frauen wie Männer gleichberechtigt an allen wesentlichen Entscheidungen zu beteiligen.
Gender Mainstreaming ist eine mittlerweile breit akzeptierte Facette des Qualitätsmanagements. Es ermöglicht beispielsweise in der Verwaltung die Potenziale von Frauen und Männern in allen Bereichen besser zu nutzen und die Dienstleistungen und Projekte noch besser auf die Kundschaft auszurichten.
Der Europarat hat 1998 diese gleichstellungspolitische Strategie definiert und von den Mitgliedstaaten der EU eine Umsetzung gefordert. Auch in der Schweiz wurde und wird Gender Mainstreaming in verschiedenen Kantonen und Kommunen realisiert. In der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern wurde in den vergangenen zwei Jahren - begleitet durch das Büro für die Gleichstellung - ein Prozess durchgeführt, in dem diese Komponenten ins Qualitätsmanagement integriert wurden.
Wir fordern den Gemeinderat auf, die Durchführung eines Gender-Mainstreaming-Projekts in einer Direktion zu prüfen und dafür entsprechende Ressourcen zu sprechen.
