Stationierungskonzept der Luftwaffe - Nicht mehr Lärm in Emmen!
Archiv: 10. Februar 2009
Emmen: Luzius Hafen und Mitunterzeichnende fordern den Gemeinderat in einem Postulat auf, sich beim Kanton und beim Bund mit allen Kräften dafür einzusetzen, dass die Lärmbelastung auf dem Flugplatz Emmen nicht zunimmt und dass vor allem die Sommerpause beibehalten werden kann.
Postulat von Luzius Hafen Namens der Grüne/SP Fraktion
Parallel zur Diskussion um die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs findet die Auseinandersetzung um das neue Standortkonzept der Luftwaffe statt. Die Initiative gegen Kampfjets in Tourismusgebieten wurde von der Schweizer Bevölkerung und auch von der Bevölkerung rund um den Flugplatz Emmen hoch verworfen. In den betroffenen Gebieten, insbesondere im Berner Oberland, aber ebenso hoch angenommen. Auf nationaler Ebene wurden Vorstösse eingereicht, die die Flugbewegungen der Militärjets neu verteilen wollen. Das VBS hat für das Anliegen grundsätzlich Verständnis geäussert und ist am Planen von Umverteilungsvarianten, in denen Emmen immer eine zentrale Rolle spielt.
Von den 22 000 Jetflugbewegungen, die das Militär als notwendiges Minimum bezeichnet, übernimmt Payerne die Hälfte. Die andere Hälfte soll auf die drei Flugplätze Meiringen (heute 4 800), Sion (3 600) und Emmen aufgeteilt werden. Im Jahr 2005 gab es auf dem Flugplatz Emmen 2 900 Jet-Bewegungen, davon waren lediglich 200 F/A-18, inzwischen sind die Jetflugbewegungen sogar noch zurück gegangen. Der Start eines F/A-18 ist deutlich lauter als der eines Tiger-Kampfjets. Die Flugbewegungen, die umgelagert werden sollen, sind fast ausschliesslich F/A-18 Flüge. Meiringen und Sion machen enorm Druck, vom Kampfjetlärm entlastet zu werden. Insbesondere in den Sommermonaten sollen im Berner Oberland keine Flüge stattfinden.
Der Flugplatz Emmen geniesst in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz. Das Gleichgewicht ist aber labil, wie der grosse Widerstand gegen die zivilen Ausbaupläne des Flugplatzes gezeigt hat. Eine Verdoppelung der Jetflugbewegungen und eine Streichung der Sommerpause würde die Lebensqualität im Einzugsgebiet des Flugplatzes Emmen und vor allem in der Standortgemeinde zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen und hätte verheerende Folgen für die Entwicklung der Gemeinde. Ob Investoren unter diesen Bedingungen noch bereit wären, in der Feldbreite zu investieren, ist offen. Eine massive Zunahme von F/A-18 Flügen würde aber auch die weltbekannte Tourismusregion Luzern erheblich in Mitleidenschaft ziehen.
Wir fordern den Gemeinderat deshalb auf, sich beim Kanton und beim Bund mit allen Kräften dafür einzusetzen, dass die Lärmbelastung auf dem Flugplatz Emmen nicht zunimmt und dass vor allem die Sommerpause beibehalten werden kann.
