Einführung eines zweiten freiwilligen Kindergartenjahres
Archiv: 10. Februar 2009
Motion von Monique Frey namens der Grüne/SP Fraktion
Das zweite Kindergartenjahr ist eine sinnvolle und notwendige Investition in die Zukunft unserer Kinder. Anspruch auf den Besuch eines Kindergartens haben Kinder, die ein beziehungsweise zwei Jahre vor dem ordentlichen Schuleintritt stehen sowie vom Schuleintritt zurückgestellte Kinder. Das geänderte Gesetz über die Volksschulbildung sieht ein fakultatives zweites Kindergartenjahr vor. Und auch während der Harmosabstimmung haben Gegner ein zweites Kindergartenjahr nicht per se abgelehnt, sondern vor allem das Obligatorium bekämpft. Viele Eltern sind nach dem Nein zu HarmoS enttäuscht, weil sie sich endlich auch für den Kanton Luzern ein zweites Kindergartenjahr gewünscht haben.
In der Schweiz besuchen 86 Prozent der Kinder bereits heute mindestens zwei Jahre den Kindergarten. Im Kanton Aargau besuchen 98 Prozent der Kinder einen zweijährigen Kindergarten, im Kanton St. Gallen um die 90 Prozent. Luzern ("nur" 37 Prozent der Kinder besuchen zwei Jahre den Kindergarten) ist mit Uri, Freiburg, Obwalden und Schwyz mit einem Jahr Kindergartenobligatorium die Ausnahme in der Schweiz.
Verschiedene Studien belegen, dass zwei Jahre Kindergarten wichtig sind für den späteren Schul- und Bildungserfolg, da unter anderem das soziale Lernen verbessert wird. Aus der Sicht einer frühen Förderung der Kinder sowie einer frühen Erfassung allfälliger Besonderheiten ist ein zweijähriger Kindergartenbesuch von Vorteil. Frühförderung und -beratung wirken sich dank Früherfassung erwiesenermassen positiv auf die weitere schulische Laufbahn und die spätere soziale Integration der Kinder und Jugendlichen aus. Dies insbesondere auch bezüglich Spracherwerb und deutsch für fremdsprachige Kinder.
Wichtig ist zu erwähnen, das ein zweijähriger Kindergarten ein klarer Standortvorteil für Neuzuzüger vor allem auch von besseren Steuerzahlenden ist. Speziell gut ausgebildete Personen sind sehr bildungsnah und sagten auch klar ja zu HarmoS. Sie fordern für ihre Kinder fortschrittliche Schulsysteme, wie zum Beispiel einen zweijährigen Kindergarten.
- Ein freiwilliger zweijähriger Kindergartenbesuch deckt die Bedürfnisse vieler Kinder und deren Familien ab. Zwei Jahre Kindergarten bedeuten für ein Kind mehr Zeit (genug Zeit) sich in eine Gruppe zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Sicherheit und Vertrauen sich selber und anderen gegenüber zu entwickeln. Es hat sich erwiesen, dass die Zahl der Rückstellungen von der Schulpflicht oder die Einschulung in eine Einführungsklasse nach dem Besuch von zwei Jahren Kindergarten deutlich abnimmt.
- Für Kinder mit besonderen Begabungen und Bedürfnissen sowie für sozial benachteiligte Kinder ist der altersgemischte Kindergarten besonders wichtig. Auf diese Weise leistet der zweijährige Kindergartenbesuch einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit. Kinder mit Lernschwierigkeiten, Behinderungen oder Einzelkinder verbindet die altersgemischte Gruppe zu einer Gemeinschaft. Vorzeigen, Nachahmen und Wiederholen kommen bei altersgemischten Klassen auf natürliche Weise zur Anwendung. Die Kinder können das Angebot wählen, das ihrem Entwicklungs- und Lerntempo entspricht, dadurch wird die Gefahr der Über- oder Unterforderung vermindert.
- Die Einführung eines freiwilligen zweijährigen Kindergartenbesuchs wird sich positiv auf die Ausstrahlung von Emmen als Wohn- und Wirtschaftsstandort auswirken.
- Wer in die Bildung der Kleinsten investiert, fördert ganzheitlich und langfristig die Zukunft.
