Solidarität mit Entwicklungsländern für die Produktion erneuerbarer Energie
Archiv: 26. Januar 2010
Postulat von Alain Greter und Mitunterzeichnenden
Der Regierungsrat wird aufgefordert, pro im Kanton Luzern verbrauchte Kilowattstunde elektrische Energie 1/100 Rappen für die Stromproduktion aus erneuerbaren Energieträgern in Entwicklungsländern zu budgetieren. Der für das Jahr 2010 berechnete Betrag soll für ein Energieprojekt in Haiti gespendet werden. In den nächsten Jahren sollen die wiederkehrenden Beträge für Energieprojekte in der internationalen Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt werden.
Begründung:
Die Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern im Bereich der Produktion elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern reduzieren den CO2-Ausstoss und leisten gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in der Region: Die Projekte schaffen neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten, verbessern die Lebensbedingungen und erhöhen den Lebensstandard der lokalen Bevölkerung. Nicht zuletzt fördern die Massnahmen auch den Technologietransfer.
Im Kanton Luzern wurde im Jahr 2007 3381 Millionen kWh elektrische Energie verbraucht. Bei Annahme des Postulats würde der Kanton 340 000 Franken für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energieproduktion zur Verfügung stellen. Das wiederholte Engagement in einem bestimmten Bereich lässt auch die Wirkung des Spendenfrankens erhöhen.
Wegen des schweren Erdbebens ist Haiti im Moment in einer sehr prekären Lage. Durch ein Projekt in diesem Bereich kann aufgezeigt werden, dass die Rehabilitation der Stromproduktion in diesem Land in erster Linie mit erneuerbaren Energieträgern erfolgen soll. In Haiti steht natürlich die Nutzung der Sonnenkraft an oberster Stelle. Allerdings können auch Biogasanlagen für die Versorgung der Insel wichtig werden. 71 Prozent des gesamten Energiebedarfs Haitis wurde mit Brennholz gedeckt. Die Rodungen wurden nicht ausgeglichen, und so sind bereits heute 97 Prozent der Waldbestände verschwunden. Dem einstigen Agrarland Haiti gehen damit die wichtigsten Lebensgrundlagen durch Erosion, aber auch durch immer wiederkehrende Stürme verloren. Die Bevölkerung verarmt zusehends, und ihre Energieversorgung wird immer schwieriger. Die Brennholzpreise in den Städten steigen immens, und auf dem Land müssen stundenlange Fussmärsche auf der Suche nach Brennholz in Kauf genommen werden. Dieses System muss geändert werden.
