Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2012

Volksinitiative für die Einführung des 2. Kindergartenjahres in Emmen eingereicht

Archiv: 8. Mai 2012

Am 8. Mai haben SP und Grüne Emmen ihre Initiative für ein freiwilliges zweites Kindergartenjahr oder die Basisstufe, flächendeckend ab dem Schuljahr 2013/2014, eingereicht. Die Initiative ist mit über 600 Unterschriften zu Stande gekommen. Damit wird dieses Thema auf die Traktandenliste der Gemeinde gesetzt. Die Initiantinnen fordern, dass das Thema nicht auf die lange Bank geschoben wird, sondern zügig im Gemeinderat und Einwohnerrat traktandiert wird.

Einreichung der InitiativeÜbergabe der Unterschriften durch Jacintha Reginold, Andreas Kappeler und Monique Frey an Gemeinderätin Susanne Truttmann, Gemeindeschreiber Patrick Vogel und Johanna Hollenstein, Mitglied der Bildungskommission.
Denn bereits ab dem neuen Schuljahr 2012/2013 sind die Klassenbestände im Kindergarten und in der Basisstufe über dem kantonalen Durchschnitt. Dies einerseits durch das Bevölkerungswachstum in Emmen und andererseits auch durch Kinder, die noch nicht schulreif sind und ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben. Noch nicht klar sind die Auswirkungen des neuen Volksschulbildungsgesetzes, welches die Gemeinden verpflichtet, jüngere Kinder auf Wunsch der Eltern in den Kindergarten oder die Basisstufe aufzunehmen. Ab Schuljahr 2012/13 ist diese frühere Aufnahme (vor dem obligatorischen Eintrittsalter) auch bei einjährigem Kindergarten möglich, sofern Kinder die Anforderungen erfüllen. Die Gemeinde muss also vorwärts machen, damit die im Herbst absehbare Situation mit überfüllten Kindergartenklassen nur ein einjähriges Ärgernis bleibt. Die Gemeinde muss so schnell wie möglich die nötigen Investitionen für ein zweites Kindergartenjahr beschliessen.

Pädagogisch wertvoll
Das freiwillige zweite Kindergartenjahr oder die Basisstufe sind wichtig für den späteren Schul- und Bildungserfolg sind, da unter anderem das soziale Lernen verbessert wird, wie verschiedene Studien belegen. Frühförderung und -beratung wirken sich positiv auf die weitere schulische Laufbahn und die spätere soziale Integration der Kinder und Jugendlichen aus. Dies insbesondere auch bezüglich Spracherwerb und Deutsch für fremdsprachige Kinder. Vorzeigen, Nachahmen und Wiederholen kommen bei altersgemischten Klassen auf natürliche Weise zur Anwendung. Die Kinder können das Angebot wählen, das ihrem Entwicklungs- und Lerntempo entspricht, dadurch wird die Gefahr der Über- oder Unterforderung vermindert. Es verbindet die Kinder zu einer Gemeinschaft. Zwei Jahre Kindergarten bedeuten für ein Kind auch mehr Zeit (genügend Zeit), sich in eine Gruppe zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen sowie Sicherheit und Vertrauen sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln.