Interpellation: Ist die vbl AG nach der Auslagerung auf Kurs?
Archiv: 29. April 2013
Marcel Budmiger und Max Bühler namens der SP-/JUSO-Fraktion sowie Stefanie Wyss namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion möchten vom Stadtrat in einer Interpellation vom 29. April 2013 wissen, wie sich die vbl nach der Auslagerung in diversen Bereichen entwickelte und ob die Ziele erreicht wurden.
Die Umwandlung öffentlich-rechtlicher Betriebe oder Dienstabteilungen in eine Aktiengesellschaft bringt neben der oftmals geforderten höheren Flexibilität auch unerwünschte Nebeneffekte: Schlechtere Anstellungsbedingungen für das «einfache Personal» und im Gegenzug fragwürdige Lohnerhöhungen für die Chefetage. Im Vorfeld der Auslagerung bzw. Privatisierung werden solche Effekte oft abgestritten oder zumindest nicht offiziell angestrebt ‐ wie aktuell bei der geplanten Auslagerung der städtischen Heime und Alterssiedlungen (HAS). Damit die gemachten Versprechen bezüglich HAS auch eingehalten werden können, gilt es aus vergangenen ähnlichen Prozessen zu lernen. 12 Jahre nach der Umwandlung der Verkehrsbetriebe Luzern in die vbl AG ist es deshalb Zeit für eine langfristige Bilanz der Umwandlung. Auch wenn nur vermutet werden kann, wie sich die Verkehrsbetriebe als Teil einer öffentlich-rechtlichen Anstalt weiterentwickelt hätten, so können doch Aussagen zu Arbeitsbedingungen (im Vergleich zum städtischen Personalreglement), Mitarbeiterzufriedenheit
und der Lohnentwicklung gemacht werden.
Der Stadtrat wird deshalb gebeten, folgende Fragen zur Entwicklung der vbl AG in den letzten Jahren zu beantworten:
- Welche wesentlichen Änderungen der Arbeitsbedingungen (insbesondere Löhne, Ferien, Arbeitszeit- und Arbeitszeitmodelle, Weiterbildungsmöglichkeiten und Pensionskasse) traten seit der Umwandlung in eine AG ein? Insbesondere im Vergleich zum städtischen Personal?
- Wie entwickelten sich die Löhne und Zulagen in den untersten, mittleren und obersten Lohnklassen und bei den verschiedenen Funktionen (strukturelle, individuelle, generelle Entwicklung, Teuerungsausgleich und Lohnbänder). Wie hoch sind die tiefsten Löhne und wie gross ist die Lohnspannweite der Unternehmung? Wie entwickelten sie sich im Vergleich zum städtischen Personal und im gesamtschweizerischen Vergleich zu anderen, vergleichbaren, Nahverkehrsunternehmen?
- Wie entwickelte sich die Mitarbeiterzufriedenheit bei der vbl AG seit der Verselbstständigung im Vergleich zur Zeit als Unternehmen der Stadt? Welches sind die Ergebnisse einer im vbl-Jahresbericht erwähnten Personalumfrage? Wie entwickeln sich die Fluktuationsrate und die Rekrutierungserfolge? Wie werden allfällige signifikante Veränderungen begründet?
- Wie entwickelte sich die Anzahl der Ausfalltage pro Mitarbeitende und die Langzeitabsenzen? Ist eine Verschiebung der Ausfallursachen feststellbar?
- Wie entwickelte sich die Unfallbilanz seit der Verselbstständigung? Wie wird eine allfällige Vergrösserung der Unfallzahl mit Beteiligung von vbl-Fahrzeugen begründet?
- Wie entwickelte sich die Zahl der durch die vbl angebotenen Ausbildungsplätze (absolut und im Verhältnis zur Anzahl Vollzeitstellen)? Welche Veränderung entstand in Bezug auf die Schaffung und Pflege geschützter Arbeitsplätze?
- Wurden Arbeitsbereiche, wie zum Beispiel Reinigung, ausgelagert und wenn ja, welchen Einfluss hatte dies auf die Anstellungsbedingungen dieser Bereiche?
- Wie entwickelte sich die Kundenzufriedenheit bei der vbl AG seit der Verselbstständigung und im Vergleich zu den Jahren als Unternehmen der Stadt? Wie werden allfällige Veränderungen begründet?
