Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2013

Verkehrsentwicklung im Mattenhof: Förderung nachhaltiger Mobilität

Archiv: 11. Juni 2013

Korintha Bärtsch bittet den Stadtrat namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion in einer Interpellation vom 11. Juni 2013 um Auskunft bezüglich der Verkehrsentwicklung im Mattenhof, vor allem im Bezug auf nachhaltige Mobilität.

In Luzern Süd entsteht ein neuer Stadtteil. Das Entwicklungspotenzial ist gross, einzelne Projekte sind in der Planung schon weiter fortgeschritten, ein Studienauftrag über das ganze Gebiet wurde eben erst prämiert. Der Perimeter Luzern Süd weist neben Luzern Nord das grösste Entwicklungspotenzial in der Stadtregion Luzern auf. Luzern Süd ist mit der S-Bahn-Haltestelle Mattenhof und der Langsamverkehrsachse in das Stadtzentrum Luzern hervorragend erschlossen. Da viele Areale, insbesondere auch die Parzelle 5760 im Besitz der Stadt Luzern, noch unbebaut sind, bietet sich in Luzern Süd die einmalige Chance, das Gebiet nachhaltig zu entwickeln.

Der Entwicklungsschwerpunkt Luzern Süd erstreckt sich über die Gemeinden Kriens, Horw und Luzern. Die Stadt Luzern ist mit der Allmend als Naherholungsgebiet des neuen überkommunalen Stadtteils von der Entwicklung betroffen, und auch als Grundeigentümerin der Parzelle 5760 in die Planung involviert. Für die Fraktion der Grünen und Jungen Grünen ist die Stadt deshalb ein wichtiger Player der Planung und Entwicklung von Luzern Süd und erwartet, dass sich der Stadtrat auch als Grundeigentümerin und Mitglied im Vorstand LuzernPlus für eine nachhaltige Stadtentwicklung einsetzt.

Im Hinblick auf die Realisierung der Überbauung Sternmatt/Mattenhof I beabsichtigt die Stadt, ihre Parzelle 5760 der Firma Mobimo AG zu verkaufen. Diese Überbauung sieht 1‘210 Parkplätze (500 bestehend im Parkhaus Sternmatt, 710 neu) für den motorisierten Individualverkehr vor. Vor diesem Hintergrund stellen sich für die Fraktion der Grünen und Jungen Grünen folgende Fragen:
  1. Wie hat die Stadt als Grundeigentümerin der Parzelle 5760 ihre Vorstellungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung bei der Erarbeitung des Projekts Sternmatt/Mattenhof I eingebracht?
  2. Gemäss dem Reglement für eine nachhaltige städtische Mobilität will sich der Stadtrat dafür einsetzen, dass die Verkehrsbelastung generell nicht weiter zunimmt und Mehrverkehr in erster Priorität mit dem ÖV und Fuss- und Veloverkehr abgewickelt wird (Art. 5). Ebenso soll der Anteil des ÖV und Fuss- und Veloverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen stetig erhöht werden. (Art. 7). Es ist davon auszugehen, dass mit 710 neuen Parkplätzen Mehrverkehr in der Art von motorisiertem Individualverkehr entsteht. Wie stellt sich der Stadtrat als Grundeigentümerin und direkte Gemeindeanstösserin zum entstehenden Mehrverkehr des Projekts Sternmatt/Mattenhof I?
  3. Ist der Stadtrat bereit, sich im Rahmen der Entwicklung Luzern Süd für eine verkehrsarme sowie ÖV und Velo-orientierte Verkehrsabwicklung einzusetzen?
  4. Wenn ja, wie gedenkt der Stadtrat dies auf dem Areal Mattenhof II (Parz. 2988 im Eigentum der Stadt Luzern) umzusetzen?
  5. Wie ist die geplante Entwicklung Luzern Süd, insbesondere auch das Projekt Sternmatt/Mattenhof I in die übergeordnete Strassenverkehrsinfrastruktur rund um Luzern Süd eingebettet? Sind die prognostizierten MIV-Fahrten mit dem bestehenden Netz abwickelbar? Wie stünde der Stadtrat zu einem allfälligen Ausbau der Strasseninfrastruktur rund um Luzern Süd?