Postulat bezüglich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) - wo steht die Stadt Luzern?
Archiv: 20. März 2014
Melanie Setz Isenegger und Esther Burri namens der SP-/Juso-Fraktion sowie Noëlle Bucher namens der Grünen/Jungen-Grünen-Fraktion fordern den Stadtrat in einem Postulat auf, dem Grossen Stadtrat darzulegen, wo die Volksschule Luzern momentan in Bezug auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) steht. Der Stadtrat soll auch sinnvolle Massnahmen und Projekte zur Umsetzung von BNE im Rahmen des obligatorischen Schulunterrichts prüfen.
Die UNO erklärte den Zeitraum von 2005-2014 zur "Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung". Die BNE soll Wissen und Kenntnisse für verantwortungsvolles Handeln in einer immer komplexeren Welt vermitteln. Und Lernenden dadurch ermöglichen, ihre Verantwortung in der (Um-)Welt wahrzunehmen und positive Veränderungen anzustreben. Dies zum Beispiel in den Bereichen Klimawandel, Biodiversität, Gesundheitsförderung, nachhaltiger Konsum usw.. BNE soll Methoden fördern, die gemeinschaftliches Lernen ermöglichen und die Lernenden ermutigen, ihre Verhaltensweisen zu ändern und Verantwortung zu übernehmen für ihr Handeln. In der Schweiz wird Bildung für Nachhaltige Entwicklung von der Stiftung "éducation21" koordiniert und gefördert.
Das Bildungsforum Biosphäre Entlebuch der Unesco-Biosphäre Entlebuch hat in der Umsetzung der UNO-Ziele Pionierarbeit geleistet und setzt seit 2009 an ihren Volksschulen auf Primar- und Oberstufe das Projekt "Äntlibuecher Schuelschätz" um (mit "Schätzen" sind verschiedene Erlebnisposten im ganzen Entlebuch gemeint). Dabei werden die drei Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung (Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt) angesprochen und integriert. Ziel des Projektes ist unter anderem, die Kinder und Jugendlichen der Unesco-Biosphäre Entlebuch für ihren Lebensraum zu sensibilisieren, darauf Rücksicht zu nehmen und ein positives Image nach aussen zu tragen. Sie sollen damit auch als Botschafter ihrer Region agieren können. Lernende der Oberstufe setzen sich während mindestens 5 Tagen mit der Biosphäre auseinander. Auf Primarstufe werden jährlich 2 Halbtagesexkursionen durchgeführt. Die Einführung wurde professionell begleitet und wird laufend evaluiert.
Unserer Ansicht nach sind Projekte wie die erwähnten "Äntlibuecher Schuelschätz" eine Bereicherung des obligatorischen Unterrichts und tragen präventiv dazu bei, Sorge zum unmittelbaren Lebensraum zu tragen. Schülerinnen und Schüler lernen auf abwechslungsreiche Art und Weise ihre nähere Umwelt kennen und identifizieren sich mit ihrer Umgebung. Auch Lernende in der Stadt Luzern sollten unserer Ansicht nach die Möglichkeit haben, im Schulunterricht Fähigkeiten zu entwickeln, wie sie von der UNO im Rahmen der "Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung" genannt werden.
Wir fordern den Stadtrat deshalb auf, dem Grossen Stadtrat darzulegen, wo die Volksschule Luzern momentan in Bezug auf BNE steht. Sowie sinnvolle Massnahmen und Projekte zur Umsetzung von BNE im Rahmen des obligatorischen Schulunterrichts zu prüfen.
