Interpellation: Investment Carbon Exposure der städtischen Pensionskasse
Archiv: 12. Januar 2016
Korintha Bärtsch namens der G/JG-Fraktion stellt im Zusammenhang mit den Resultaten der Klimakonferenz in Paris in einer Interpellation Fragen zu den Investitionen der Pensionskasse der Stadt Luzern in Rohstoffe.
An der Klimakonferenz COP21 in Paris im Dezember 2015 haben Vertreterinnen und Vertreter von 195 Ländern ein für alle Staaten rechtlich bindendes Abkommen verabschiedet, das bezweckt, den globalen Anstieg der Temperaturen auf klar weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen (Pariser Abkommen). Das Zustandekommen dieses Abkommens ist aus klimapolitischer Sicht erfreulich.
Vor diesem Hintergrund sind die Resultate der Studie "Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz Schweiz" im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU)1 besonders interessant. Die Studie zeigt auf, dass der Finanzplatz Schweiz mit seinen Investitionen in globale Finanzmärkte ein globales Klimawandel-Szenario von 4 bis 6 Grad Celsius unterstützt. Investitionen in Unternehmen, welche viel CO2 emittieren oder fossile Energien fördern, sind nicht nur klimapolitisch abzulehnen, sie bergen auch finanzielle Risiken.
Um das 2-Grad-Ziel aus dem Pariser Abkommen zu erreichen, sind in jedem Land verschiedene Massnahmen notwendig. CO2 wird global einen Preis erhalten, sei es durch Abgaben oder durch marktwirtschaftliche Anreize wie Emmissionsreduktions-Zertifikate. Können Kohle-, Öl- oder Gasunternehmen aufgrund des 2-Grad-Ziels Rohstoffreserven nicht fördern, so wäre auch da mit massiven Wertverlusten zu rechnen. In Kapitalanlagen gebundenes CO2 ist also mit erheblichen Risiken verbunden.
Die Pensionskasse der Stadt Luzern deklariert in ihrer Anlagestrategie, dass sie in Rohstoffe investiert. Aus dem öffentlichen Dokument "Wahrnehmung der Stimmrechte per 31.07.2015" ist zu entnehmen, dass sie auch Aktien von CO2-intensiven Unternehmen hält.
Vor diesem Hintergrund stellen sich für die Fraktion der Grünen und Jungen Grünen folgende Fragen:
- Wie viel Geld hat die Pensionskasse der Stadt Luzern über direkte oder indirekte Beteiligungen in Kohle, Öl oder Gas und CO2-intensive Unternehmen investiert?
- Werden die oben beschriebenen Risiken in der Anlagepolitik der Pensionskasse berücksichtigt?
- Wie beurteilt der Stadtrat die oben beschriebenen Risiken?
- Wie hoch schätzt der Stadtrat die Renditeeinbussen der Beteiligungen bei Einhalten des Pariser Abkommens? Was wären die daraus folgenden theoretischen Auswirkungen für die Rentnerinnen und Rentner?
- Die Stadt Luzern hat verschiedene Klimaziele in ihrer Gesamtplanung und ihrer Klimastrategie verankert. Wie beurteilt der Stadtrat Investitionen in fossile Energieträger und CO2-intensive Unternehmen aus klimapolitischer Sicht?
