Interpellation: Neue Theater Infrastruktur: Chancen und Risiken aus städtischer Sicht
Archiv: 11. April 2016
Korintha Bärtsch, Katharina Hubacher und Urban Frye namens der G/JG-Fraktion stellen dem Stadtrat in einer Interpellation Fragen zu Chancen und Risiken der Neuen Theater Infrastruktur (NTI).
Die Umsetzung der Vision der Neuen Theater Infrastruktur (NTI) ist eine Herkulesaufgabe. Das Projekt der NTI muss auf verschiedenen Ebenen überzeugen: Die Betriebskosten müssen für die Stadt, die Region und den Kanton tragbar sein, der Standort muss akzeptiert sein, der Kulturkompromiss mit dem Einbezug der Freien Szene muss verbindlich sein und die Zugänglichkeit sowie die Niederschwelligkeit für die breite Bevölkerung muss gewährleistet werden. Über all dem muss das Projekt die Vorstellungen des Butterfield Trust erfüllen, damit dieser sich mit 80 Mio. Franken an den Investitionskosten beteiligt. Am 5. April 2016 haben die Projektbeteiligten den Zwischenstand der Planungen veröffentlicht.
Für den weiteren Prozess einer breit abgestützten öffentlichen Debatte und um die Realisierungschancen zu erhöhen, stellen sich der Fraktion der Grünen und Jungen Grünen folgende Fragen:
- Die Vision der NTI beinhaltet eine Weiterentwicklung des Drei-Sparten-Modells. Das neue Haus soll die klassischen Sparten verschmelzen und insbesondere auch für die Freie Szene offen sein. Die Stiftung "Salle Modulable" spricht von einer "Kulturbrücke", welche für die breite Bevölkerung zugänglich sein soll. Die dafür benötigten Betriebskosten sind laut Aussagen von Regierungsrat Reto Wyss jedoch zu hoch. Sie müssen gesenkt werden. Wie stellt sich der Stadtrat zu dieser Forderung?
- Mit welchen Massnahmen können die Betriebskosten gesenkt werden?
- Wie stellt der Stadtrat sicher, dass transparent und unter Einbezug der relevanten Akteure aufgezeigt wird, auf welche Angebote verzichtet werden soll?
- Ist es denkbar, dass mit der Reduktion der Betriebskosten das innovative und vielfältige Konzept in der NTI nicht aufrechterhalten werden kann? Wie stellt sich der Stadtrat zu diesem Szenario?
- Erste Reaktionen zeigen, dass die Standortwahl des Inseli sehr umstritten ist. Der Standort Inseli ist insofern risikoreich, als sich diverse Gegnerschaft des Projektes summiert. Wie schätzt der Stadtrat die politische Mehrheitsfähigkeit des Standortes Inseli ein?
- Unter welchen Bedingungen ist der Standort mit dem Butterfield Trust verhandelbar?
- Welches Potential sähe der Stadtrat aus seiner Perspektive, ohne die Ergebnisse der Studien von arup und ebp miteinzubeziehen, beim Standort Bootshafen?
- Die am 4. Juni 2009 überwiesene Motion 435 (2004/2009) "Linkes Seeufer: Von der Schmuddelecke zur Uferpromenade" ist bis heute noch nicht umgesetzt. Die Motion verlangt eine Aufwertung des linken Seeufers auf der Strecke vom Inseli bis zur Ufschötti. Würde sich die Forderung der Motion aus Sicht des Stadtrates nicht gerade ideal mit dem Bau der NTI im Bereich des Bootshafens kombinieren lassen? Wann und wie wird die Forderung der Motion ohne NTI erfüllt?
- Wie bereits erwähnt, sind die Anforderungen für die Realisierbarkeit des Projektes hoch. Das Risiko besteht, dass die Chance der NTI bzw. die Zusammenarbeit mit dem Butterfield Trust nicht reüssieren bzw. bei der Bevölkerung keine Mehrheit finden wird. Es ist wichtig, die Alternative zu kennen. Das heutige Luzerner Theaterhaus am Theaterplatz muss in absehbarer Zeit saniert oder neu gebaut werden. Wie hoch schätzt der Stadtrat die Betriebskosten eines neuen Hauses mit demselben Drei-Sparten-Modell? Ist ein saniertes oder neues Gebäude gleicher Art mit den bisherigen jährlichen Betriebskosten von 24 Mio. Franken bespielbar?
