Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2016

Dringliches Postulat: Aufnahme einer zweiten Standortvariante "Schotterplatz Ufschötti" in den B+A zur Abstimmung über den geplanten Standort der "Salle Modulable"

Archiv: 6. Mai 2016

Urban Frye namens der G/JG-Fraktion sowie Theres Vinatzer und Simon Roth namens der SP/JUSO-Fraktion beauftragen den Stadtrat mit einem Dringlichen Postulat, der Bevölkerung im Rahmen der geplanten Volksabstimmung über den Standort der als "Salle Modulable" bezeichneten neuen Theaterinfrastruktur neben dem Standort Inseli als weitere Standortvariante auch den "Schotterplatz Ufschötti" vorzulegen.

Die Diskussion in der Bevölkerung, in den Medien, aber auch im Grossen Stadtrat zeigt, dass es kaum gelingen wird, ein Projekt auszuarbeiten, welches bei einer Mehrheit der Bevölkerung Zustimmung findet. Das Risiko eines Scheiterns an der Urne scheint äusserst hoch zu sein. Die Erwartungshaltung an die Inhalte geht von grossem internationalem Musiktheater bis zur Werkschau von lokalem Theaterschaffen, ohne dass die Betriebskosten höher ausfallen als die heutigen Subventionen an das Luzerner Theater; das Inseli soll weiterhin verschiedenen Erholungsansprüchen genügen; Landschaftsschutzverbände opponieren - um nur einige wenige Zielkonflikte zu nennen.

Trotz des grossen Risikos will der Stadtrat daran festhalten, der Bevölkerung nur eine Variante vorzuschlagen, und ist der Meinung, nun die weiteren Antworten der Experten abzuwarten.

Ein Scheitern an der Urne könnte als ein Nein zum Theater verstanden werden, als ein Nein zu einer neuen Theaterinfrastruktur unter Einbezug auch der freien lokalen Szene. Die Diskussion um kulturelle Inhalte und auch um eine Lösung für das sanierungsbedürftige Luzerner Theater würde wohl für einige Jahre verstummen.

Wir sind überzeugt, dass die Luzerner Bevölkerung ein modernes neues oder eben auch saniertes Theater möchte. Vielleicht aber nicht so, wie es im Moment angedacht ist. Die Bevölkerung möchte wählen können, welche Theaterinfrastruktur sie möchte und wo diese hinkommen soll.

Falls bei einer Auswahl die zurzeit diskutierte Variante auf dem Inseli von der Bevölkerung gewählt würde, wäre dies eine viel grössere demokratische Legitimation als bei einer Abstimmung mit nur einer Variante. Dies, da möglicherweise viele Ja stimmen, weil sie ein Theater wollen, aber eigentlich ein anderes, oder viele auch Nein, obwohl sie eigentlich für ein Theater sind.

Aus diesem Grunde fordert das dringliche Postulat:

Der Stadtrat wird beauftragt, der Bevölkerung im Rahmen der geplanten Volksabstimmung über den Standort der als "Salle Modulable" bezeichneten neuen Theaterinfrastruktur neben dem Standort Inseli als weitere Standortvariante auch den "Schotterplatz Ufschötti" vorzulegen.

Dabei soll aufgezeigt werden, welche planerischen Freiheiten (kulturelle Inhalte, Gebäudedimensionen und Raumprogramme) sowie welche möglichen finanziellen Konsequenzen damit verbunden sind.