Postulat: Platzgestaltung vor dem neuen Bushof
Archiv: 14. Mai 2019
Martin Eberli, L20, und Mitunterzeichnende ersuchen den Gemeinderat mit einem Postulat, bei der Platzgestaltung vor dem neuen Bahnhof ein Werk zu realisieren, das die historische und aktuelle Situation des Platzes aufnimmt und symbolhafter geografischen Orientierung der Passanten dient.
Der Bahnhof Horw muss einem neu gestalteten Verkehrskonzept mit Bushof weichen. Aus Respekt vor der Vergangenheit und der künftigen Bedeutung dieses Verkehrsknotenpunkts ersucht die L20-Fraktion des Einwohnerrats den Gemeinderat Horw, an dieser Stelle ein Werk zu realisieren, das die historische und aktuelle Situation des Platzes aufnimmt und symbolhafter geografischen Orientierung der Passanten dient.
Begründung:
Dem Abriss des Horwer Bahnhofs fiel an Ostern 2019 auch ein Werk von Ernst von Wyl (1930-2011) zum Opfer. Die gefällige Eisenplastik mit den gewaltigen Eisenbahnrädern an der Südwand des Bahnhofs neben der Strasse in Richtung Spitz, hat sich wohl in einem grossen Teil der Horwer Bevölkerung als Symbol zum Thema «Mensch und Verkehr» in der Erinnerung festgesetzt. Ein Bild dieser Skulptur findet sich auch im Buch «Horw, Die Geschichte einer Gemeinde zwischen See, Berg und Stadt», Horw, 1989. S. 254. Zusammen mit dem neu gebauten Bahnhof und zum 90-jährigen Jubiläum der Brünigbahn 1979 nahm die Gemeinde damals das Werk in einem Festakt entgegen, nachdem sie dem Hergiswiler Künstler von Wyl im Rahmen eines Wettbewerbs den Auftrag dafür gegeben hatte. Nun - 40 Jahre später - wurde dieses Denkmal mit dem Segen des Gemeinderates verschrottet.
Verändert sich unsere bauliche Umgebung, müssen wir uns neu orientieren, vielleicht fehlen uns Anhalts- und Merkpunkte, woran wir uns gewöhnt oder uns sogar damit identifiziert haben. Je klarer die Struktur einer Siedlung, je eigenständiger Hausfassaden, Verkehrslinien oder die natürliche Umgebung sind, desto einfacher finden wir uns zurecht. Dort fühlen wir uns schliesslich Zuhause. Ein auffällig gestaltetes Element auf dem neuen Platz vor dem neuen Bushof markiert und interpretiert den zentralen Charakter dieses Ortes auf zeitgenössische Art und ersetzt damit die zerstörte Eisenplastik.
