Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2019

Postulat: «Integrierte Versorgung» in der Stadt Luzern

Archiv: 28. Oktober 2019

Marco Müller namens der G/JG-Fraktion und Maria Pilotto namens der SP/JUSO-Fraktion regen mit einem Postulat an, dass die Stadt Luzern zusammen mit den betroffenen Organisationen im Hinblick auf die funktionierende Zusammenarbeit das städtische Modell der integrierten Versorgung im Altersbereich klärt.

Mehrere politische Geschäfte in der Stadt Luzern haben sich in letzter Zeit mit dem Thema Alter beschäftigt. Dieses entwickelt sich auch über die Stadt hinaus sehr dynamisch. Demographischer Wandel, Kostenwachstum im Gesundheitswesen, selbstbestimmtes Wohnen und Pflegefachkräftemangel, zunehmender und privat finanzierter Bedarf an Betreuung sind nur einige der Stichworte. In der Stadt Luzern tragen verschiedenste Organisationen mit und ohne Leistungsverträge zu einer bedarfsgerechten Versorgung der älteren Bevölkerung bei (Viva und andere Pflegeheime, Spitex, Pro Senectute, Vicino, Spitäler, HausärztInnen und viele weitere mehr).

Im B+A 11/2017 «Selbstbestimmtes Wohnen im Alter» hält der Stadtrat fest: «Die Stadt muss den Lead in dieser dynamischen Entwicklung hin zu einer integrierten Versorgung übernehmen.» Das Ziel der integrierten Versorgung ist in Anbetracht der Herausforderungen sehr zu begrüssen. Die Idee dieser neuen, bereichsübergreifenden Versorgungsform im Gesundheitswesen fördert eine stärkere Vernetzung der verschiedenen Akteure. Dies führt zu einer qualitativ besseren Versorgung der älteren Menschen, schliesst Angebotslücken in der Versorgungskette und verbessert kritische Übergänge, stellt den Menschen ins Zentrum und ist zudem ein wichtiger Beitrag, um die Gesundheitskosten zu senken. Gerade mit dem Fokus auf die Bedürfnisse älterer Menschen und ihrer Angehörigen ist die dezentrale Versorgung vor Ort in den Quartieren wichtig.

Auch einem effizienten und effektiven Ressourceneinsatz sowie innovativen Angeboten und wegweisenden Kooperationsformen kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

Die enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren wurde denn auch im Rahmen des Netzwerks Alter oder des Netzwerks Demenz in den politischen Vorlagen immer wieder thematisiert. Die Wichtigkeit der Netzwerke im Hinblick auf die zu bewältigenden Aufgaben macht es notwendig, die Zusammenarbeit verbindlich und klar zu definieren. Dies haben auch die ersten Erfahrungen der bestehenden Gefässe gezeigt.

Die Postulant*innen regen deshalb an, dass die Stadt Luzern zusammen mit den betroffenen Organisationen (siehe Aufzählung im ersten Abschnitt) im Hinblick auf die funktionierende Zusammenarbeit das städtische Modell der integrierten Versorgung im Altersbereich klärt. Dies erfolgt insbesondere als gemeinsame und transparente Definition der verschiedenen Aufgaben, Rollen und Kompetenzen der einzelnen Organisationen sowie der verschiedenen Vertretungen der Stadt (Stadtrat, Abteilungsleitung, Abteilungsmitarbeitende, Anlaufstelle etc.) in den Gremien. Die Stadt Luzern hat dabei die Federführung.

Dabei sollen folgende Punkte berücksichtigt werden:
  • konsequente Orientierung am Nutzen und den Bedürfnissen der älteren Menschen und ihrer Angehörigen
  • bestmögliche dezentrale Versorgung vor Ort in den Quartieren
  • gemeinsame Klärung der verschiedenen Aufgaben, Rollen und Kompetenzen der einzelnen Organisationen sowie der verschiedenen Vertretungen der Stadt (Stadtrat, Abteilungsleitung, Abteilungsmitarbeitende, Anlaufstelle etc.)
  • optimale Vernetzung und Synergienutzung der Leistungserbringer untereinander
  • Schliessen von Angebotslücken und Verbessern kritischer Übergänge zwischen den Anbietenden
  • effizienten und effektiven Ressourceneinsatz gewährleisten
  • wegweisende Kooperationsformen und innovative Angebote ermöglichen