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Ja zur Umzonung Allmend, weil es dazu keine Alternative gibt!

13. Februar 2008, von Philipp Federer

Wir sollten weniger konservativ und weniger gegen die Moderne sein. Die geplanten Hochhäuser auf der Allmend sind zwei städtebauliche sinnvolle und architektonisch gelungene Hochhäuser. Ohne sie sind die Sportanlagen nicht bezahlbar.

Die Gegnerschaft einer Umzonung argumentieren, sie seien nur gegen die Hochhäuser und nicht gegen die Sportanlagen, sprich Stadion und Hallenbad. Was kostet uns ein Umzonungsverzicht? Die SP schreibt in ihrer Medienmitteilung vom 30.11.07, die Stadt müsse nur 22 Millionen mehr bezahlen und dann sei alles ohne Hochhäuser zu haben. Dabei rechnen sie dem FCL einfach einen Eigenleistungsbetrag von 15 Millionen zu anstatt der vereinbarten 10 Millionen. Zusätzlich veranschlagen sie das Hallenbad 4 Millionen billiger, was die Stadt jedoch selber zu optimieren versucht, womit der Hochhausverzicht schon 26 Millionen beträgt. Die Vorinvestitionen des Siegerprojektes, welches bei einem negativen Resultat nicht abgegolten sind, berücksichtigen sie ebenso nicht, wie die neuen Planungskosten. Ersatzkosten für Breitensportanlagen werden einfach um 5 Millionen gekürzt. Ein Hochhausverzicht kostet die Stadt weit mehr als 30 Millionen Franken. Die Stimmbevölkerung müsste bei einem nein am 24. Februar viel mehr bezahlen. Die SP schreibt in der gleichen Medienmitteilung auf Seite 5, der Kredit für die Stadt Luzern wäre bei ihrem Projekt allein für das Stadion 41 Millionen anstelle von 15 Millionen. Diesem Projekt würden die Stimmberechtigten garantiert nicht zustimmen. Den Gegnern geht es insgesamt auch nicht um eine sinnvolle Alternative, sondern um die alleinige Ablehnung dieses visionären, dringend nötigen und progressiven Projektes. Die gegnerischen Exponenten lehnen normalerweise solche Mehrausgaben für Private und Investoren generell ab. Es verwundert mich deshalb, dass sie gegen ihre eigenen Grundsätze politisieren. Plötzlich soll die Stadtkasse über 30 Millionen mehr ausschütten. Für mich sind ihre vorgeschlagenen Mehrkosten für die Stadt eine unmögliche Alternative. Deshalb hoffe ich, dass möglichst viele die Umzonung bejahen.

Philipp Federer, Grossstadtrat Grüne Luzern

5 Reaktionen zu “Ja zur Umzonung Allmend, weil es dazu keine Alternative gibt!”

  1. Claudio

    Je nach Statistik sieht diese zum Beispiel anderst aus:

    http://www.estv.admin.ch/d/dokumentation/publikationen/dok/dossier/g6.pdf

    Auf dem Gesamtindex der Steuerbelastung 2006 nimmt Luzern den Rang 15 ein. Das ist wohl nicht dem Mittelfeld oder oberen Liga zuzuordnen. Deshalb Schlusslicht (von Schluss hat da niemand gesprochen).
    Steuern mittels Holding-Konstrukturen und Briefkasten-Firmen einzunehmen ist wohl eine Sache. Die Steuern angemessen für die Working-Poor zu halten ist da
    eher mal angebrachter. Ideal wäre natürlich die optimale Kombination.

    Und ausserdem möchte ich hier nicht über Steuern diskutieren, sondern über den gestohlenen Pilatus-Anblick. Jawohl, das ist wirklich so. Die Bewohner von Horw sind z.B. sehr direkte Anwohner und werden sehr wohl belästigt. Dort steht nicht nur ein „Schuppen“. Auch die erhöhte Lage der Häuser über dem Roseneggweg wird den Blick sichtlich
    einschränken.
    Nicht zu unterschätzen ist auch die BREITE der Hochhäuser -die wird durch die Ballone nicht virtuell dargestellt.

    Jeder der mal um den Sportplatz einen Fussmarsch getätigt hat kann sich ja selber ein Bild machen, wie der Blick Richtung Pilatus MASSIV eingeschränkt wird.

    Mit der Berechnung des Blickwinkels muss man ehrlich auch sagen, von welchem Standort dieser genau vorgenommen wird. Und was sind denn bitte genau „5%“?
    Und wenn man die Lage des Sonnenuntergangs der letzten Tage beobachtet stösst man sogar darauf, dass dieser mit den Wolkenkratzern auf der Allmend niemals mehr ersichtlich sein wird.

    Zusätzlich wird man sicherlich keine Freude herrschen, wenn das nächtliche Schwarz durch die helle Erleuchtung eines Wolkenkratzers gestört wird.

    Die Aussage erstaunt doch sehr, da eigentlich jedes Landstück in einem Zonenplan zu finden ist. Und dass das heutige Stück Land keinen Wert aufweist……????? Gemäss Rechnungslegung gilt:

    Das Finanzvermögen umfasst alle Aktiven einer Gemeinde, über welche sie nach kaufmännischen Grundsätzen verfügen kann und die realisierbar sind.
    Realisierbar heisst verwertbar ohne Beeinträchtigung der öffentlichen Aufgabenerfüllung. Zum Grundeigentum des Finanzvermögens gehören unüberbaute Grundstücke (Landreserven), überbaute jederzeit eräusserbare Liegenschaften (Wohnungsbauten, Stockwerkeigentum) sowie Baurechte.

    Wird einem Dritten an einer Liegenschaft ein Baurecht eingeräumt, ist eine Neubewertung vorzunehmen.

    Neubewertungen von Liegenschaften im Finanzvermögen haben ausserdem im Zeitpunkt nach der Erstellung von Neubauten, Umbauten, Gesamtrenovationen sowie bei der Einrichtung eines Baurechtes zu erfolgen.

    Beim Erlös handelt es sich um den kapitalisierten Baurechtszins.

    Fact ist somit auch, dass das Baurecht einen Einfluss auf das Finanzvermögen haben wird.

    Warum Du mich auf die SVP-Partei ansprichst ist mir nicht ganz klar…. Mein Gedankengut ist völlig frei und parteilos.
    Aufgrund der Parteierfolge und der Mehrheitsbildung im Volk würde ich aber sehr wohl SVP wählen. Manchmal aber auch grün. Schlussendlich muss man Probleme lösen und nicht Partei bekennen.

    Zum Thema Zentralbahn kann ich aus Insider-Kreisen jetzt schon sagen, dass die Erstellung des Hubelmatt-Tunnels den Kreditrahmen schon vor Baubeginn sprengen wird. Und die Schranken sind hier wohl nicht das Problem. Durch die kürzlich fertiggestellten Bauten betr. Busspuren mit „Linksabbiegeverbot“ haben einen grösseren Einfluss auf den Verkehrsfluss als eine geschlossene Schranke. Auch mit offener Schranke ist es praktisch nur mit Stau möglich von der Horwerstrasse in die Obergrundstrasse einzubiegen. Und dies auch bei offener Schranke!! Aber für mich stellt dies kein Problem dar, da die Kolonne/Stau oder die paar Fahrzeuge keinen Stau darstellen und auch unabhängig von einer Schranke auftauchen. Mage sich jeder selbst an der Horwerstrasse/Obergrundstrasse überzeugen.

    Viel Spass beim Bohren in den vorliegenden Gesteinsschichten und dem Unterhalt einer sehr kostspieligen Schmalspur-Bahn.

    Also wie auch auf der Allmend z.Z. der Fall, genossen wir es sehr, das Angebot des Letzigrundes nutzen zu können. Um ein paarmal im Jahr das Hallenbad zu besuchen, würde ich auch einen Bus besteigen. Es macht nichts, wenn das
    Hallenbad nicht gerade direkt neben der Allmend liegt?

    Ein schönes teures überrissenes Stadion hat meiner Meinung nach auch nichts mit besseren Leistungen zu tun. Der FCL hatte vor über 10 Jahren eine der besten Junioren-Abteilungen der Schweiz.

    Es kann ja wohl nicht das Ziel sein, über 50 Millionen in ein Stadion aus öffentlichen Mitteln zu investieren, wenn der FCL keinen Beitrag dazu leistet UND vielleicht in nächster Zeit ein Abstiegskandidat darstellt. Aber der FCL wird sicherlich nie „Profifussball“ spielen auf internationalem Niveau spielen.

    Da finde ich die Aussage: „hat die Betriebsgesellschaft das Risiko zu tragen und nicht wie bei Servette die Stadt Genf. Auch bezüglich des Finanzierungs- und Betriebsmodells bin ich voll und ganz für die Vorlage.“ nicht gerade passend.

    Berechnungen zeigen klar:
    – es geht günstiger (vielleicht ist weniger ==> mehr??)
    – es gibt dafür auch ein Stadion, ein Hallenbad etc.etc….
    – es geht UMWELTFREUNDLICHER

  2. Philipp Federer

    Lieber Claudio

    Zweimal Platz 15 von 26 Kantonen ist doch weder das Schlusslicht noch am Schluss. Das Steuerpaket 2008 ist darin noch nicht einmal enthalten. Die Diskussion mit dir finde ich etwas schwierig, weil du auf die Argumente nicht einsteigst, sie nicht belegst, oder dann einfach negierst. Zudem unterschiebst du mir Behauptungen, als ob der FCL dank Stadion besser spielen würde oder letztmals, das Stadion müsse für Nationale Turniere gebaut werden. Lassen wir doch das Stimmvolk sprechen. Ich bin zuversichtlich, dass wir am Abstimmungssonntag lokal ein vierfaches Ja erhalten werden.

    mfg

    Philipp Federer

  3. Claudio

    Jeder Leser dieses Blog-Kommentars kann selbst beurteilen, ob ich auf Deine Kommentare einsteige oder nicht. Ich denke schon. Belege sind vorhanden. Natürlich kann sich auch jeder selbst über den gestohlenen Pilatus-Anblick auf der Allmend bei einem Spaziergang erkundigen.

    Grundsätzlich unterstelle ich Dir nichts. Mag jeder selbst beurteilen, ob es mehr als 50 Mio. CHF Wert ist, einen möglichen NLB Verein FC-Luzern aus der öffentlichen Staatskassen zu finanzieren. Wie ich bereits gesagt habe, HAT EINE SPORTLICHE LEISTUNG NICHTS MIT EINEM PRUNKVOLLEN STADION ZU TUN. Weniger ist mehr!

    DARUM:

    NEIN ZUR UMZONUNG!

  4. Philipp Federer

    Lieber Claudio
    Ja zur Umzonung, weil du nicht prinzipiell gegen ein Stadion und ein neues Hallenbad bist. Ja zur Umzonung, weil du sparsam mit dem Geld umgehen willst. Wenn du die Gegner betrachtest, so wollen sie über 30 Millionen mehr aus der Stadtkasse bezahlen. Bist du wirklich für diese Variante? Oder versteckst du dich hinter vorgeschobenen Argumenten. Wie soll nach deiner Vorstellung ein Stadion und eine multifunktionale Sportanlage günstig gebaut werden? Sei ehrlich und beantworte mir diese Frage!

  5. Harry van der Meijs

    Liebe Leute

    Dieser Blog ist als Reaktion zu verstehen auf die Flyer vom Gegnerkommittee und die Diskussion welche natürlich auch unter Fachleuten Zum Teil heftig und emotionell geführt wird. Da die Grüne als einzige Partei die Stimmfreigabe beschlossen hat, scheint sie mich auch hier für die letzten Unentschlossenen am Platz zu sein.

    Obwohl ich Otti Gmür sehr schätze und auch als Architekturpublitzist respektiere, ist die Argumentation des Gegnerkommittees wie sie im Anhang aufgeführt wird, nicht so prägnant und präzis wie die im Projekt KOI vorgeschlagene Vision. Im Projekt KOI wird die dringend notwendige Verdichtung zur welche wir uns mit Wörten ja immer wieder gerne bekennen als Instrument gegen die fortschreitender Zersiedlung zum Thema und durch die Hochhäuser konkret. Wir dürfen nicht immer mit NIMBY (Not In MY Back Yard) – Argumenten die vielleicht auf den ersten Blick etwas aneckende aber sicher nachhaltig zukunftweisende Projekten ablehnen. Diese Haltung ist eigentlich in sich eher rückwärts gericht in der falschen Hoffnung das ein anderes so genanntes besseres, billigeres öffentlicheres oder kleineres Projekt es dann wohl richten wird. Berechtig ist die Kritik und ist es die Aufgabe der Stadtrat und Parlament weiterhin die Rahmenbedingungen, Mietverhältnissen und die gesamthaft anfallende (Bau)kosten für die Stadt in gemeinschaftlicher Interesse zu günstig wie möglich aus zu arbeiten, zu verhandeln und fest zu legen.

    Klar gehört die Allmend alle und das wird auch so bleiben, wir brauchen in der Stadt und Grossraum Luzern wirklich mal ein neues Stadion, Hallenbad, Turnhallen, Sporttalentförderungszentrum und verschiedensten Breitensportanlagen. Das vorliegende Projekt begegnet die Aufgabe mit einer städtebaulich und architektonisch überzeugenden und klugen Idee. Die PPP-Finanzierung ist ohne ideologischen Augenklappen ein realistischer Weg und das Wohnen ist von allen möglich denkbare Mantelnutzungen – ohne welche im Wesen verlustbringende Bauten wie Fussballstadien mit ihren zeitgenössichen Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Flexibilität gar nicht mehr realisierbar sind, ausser von ein paar traditionelle Spitzenvereine wie Man U, Milan, Ajax, Real Madrid oder die Bayern – eine vernünftige Lösung im Bezug auf zu erwarten zusätzlichem Verkehrsaufkommen, guter Erschliessung mit den öV, guter Durchmischung im städtischen Raum, mehr (soziale) Sicherheit an Orten wo auch gewohnt wird.

    Wahrscheinlich bin ich eher subjektiv in meinem Empfinden, da ich während längerer Zeit mit dem Architekten Daniele Marques gearbeitet habe und ja, das Projekt KOI mich einfach auch von der Stimmung her gefällt, wie es am Rande des öffentlichen Grüngebiet mitten im städtischen Grossraum Luzern, Horw, Kriens plaziert ist – denken wir mal an die am Horizont zwischen dem Grün sichtbare Wolkenkratzer beim Verweilen in Central Park in New York. Dafür versuche ich als Entscheidungsgrundlage objektiv und offen zu sein in der Argumenten Pro und Kontra. Das wünsche ich euch allen auch zu im Hinblick auf die anstehende Abstimmung.

    freundliche grüsse

    harry van der meijs
    ir dipl. architekt tu
    cysatstrasse 23a
    6004 luzern

    t. + 41 41 361 28 28
    f. + 41 41 242 15 26
    http://www.hvdm.ch
    http://www.wohnwerk-luzern.ch

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