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Es gibt keine sichere Atommülllagerung, daher: Atomausstieg jetzt!
9. November 2008, von Sekretariat Grüne LuzernGrüne lehnen die Standort-Vorschläge der NAGRA für ein Atommülllager ab
Medienmitteilung Grüne Schweiz
Die globale Atomlobby hat bereits in mehreren Anläufen versucht, die Entsorgung von hochradioaktivem Müll zu sichern. Bisher immer erfolglos. Für die Grünen ist daher klar: Solange kein verbindliches Atomausstiegs-Szenario beschlossen ist, werden sie jedes Endlager bekämpfen.
Die Entsorgung radioaktiver Abfälle ist bis heute ein weltweit ungelöstes Problem. Radioaktive Abfälle haben Halbwertszeiten von Hunderttausenden von Jahren. Während dieser immensen Zeitspanne müssen die hochgiftigen Stoffe sicher gelagert werden. Diese Aufgabe ist schier unlösbar. Alle bisherigen Anläufe, Atommüll „sicher“ zu entsorgen, sind denn auch gescheitert:
- Atommüll in der Tiefsee versenken: Der Grossteil der 6700 Fässer mit radioaktivem Abfall, welche die Schweiz zwischen 1971 und 1982 versenkt hat, sind nach wenigen Jahren aufgebrochen. Geplant war eine Haltbarkeit von 1000 Jahren!
- Atommüll in versiegten Erdölquellen lagern, wie beispielsweise in Russland: Radioaktive Substanzen steigen entgegen der Erwartungen aus der Tiefe auf und verseuchen das Grundwasser.
- Atommüll wiederaufbereiten (Den Haag oder Sellafield): Insgesamt trat bisher in kleinen Dosen aus diesen beiden Anlagen mehr Radioaktivität in die Umwelt aus als bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.
- Atommüll mit Glas verschmelzen: Beispiele aus Osteuropa zeigen, dass das Endprodukt der Atommüll-Verglasung durch ätzende Bakterien, die stärker als Säure reagieren, angegriffen wird.
- Atommüll in Keramikgefässen aus Zirkon einschliessen: Wie das Wissenschaftsblatt „Nature“ berichtet, halten die Keramik-Gefässe der Strahlung von hochradioaktivem Atommüll nicht lange genug stand.
- Atommüll in Salzminen versenken: In Hessen, Deutschland, trat entgegen aller Erwartungen Wasser in die Salzmine ein. Das Grundwasser ist verseucht.
Wieso sollten wir nun glauben, dass die Lagerung im Opalinuston besser funktioniert? Unsere Skepsis ist doppelt begründet. Sowohl die „Nationale Genossenschaft für die Lagerung von Atommüll“ als auch die geologischen Experten sind verquickt mit den AKW-Betreibern. Diese Situation ist in Anbetracht des Risikos inakzeptabel.
Es gibt nur eine Lösung: Es darf nicht noch mehr Atommüll produziert werden! Das bedingt einen möglichst raschen Atomausstieg. Die heutigen AKW müssen und können nach Ablauf der Betriebszeit durch Grünen Strom und Energieeffizienz ersetzt werden. Wenn die Atomkraftwerkbetreiber die Entsorgungskosten selbst zahlen müssten, wären sicherlich auch sie dieser Meinung!
