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Plakate und Minarette

19. Oktober 2009, von Katharina Hubacher

Was die Initianten für ihre Plakate fordern, dass sie ihre Meinung frei äussern dürfen und zwar so, wie sie es für gut finden, das wollen sie den Schweizer Moslems und ihren Moscheen nicht zubilligen: Moscheen sollen nicht als solche erkennbar sein. Also sind Minarette als unübersehbare Kennzeichen für islamische Gotteshäuser zu verbieten. Die Veränderung, die durch eine Erstarkung des Islam in unserer Gesellschaft stattfindet, darf nicht sichtbar gemacht werden. Wir wollen nicht sehen, dass anders Gläubige unter uns leben.

Diese Verdrängung ist kurzsichtig und gefährlich. Wir leben nun mal in einer globalisierten, multikulturellen Gesellschaft, und es ist besser, wenn wir uns gegenseitig ernst nehmen und uns offen miteinander auseinandersetzen, als wenn jede Gruppe meint, um Wahrnehmung und Akzeptanz kämpfen zu müssen. Denn dabei gehen viele Kräfte verloren, die besser in einem konstruktiven Dialog eingesetzt werden.

Das Verbot der Minarette ist keine Lösung, sondern zementiert Abgrenzung und Ausgrenzung, was Widerstand, Resignation oder gar Extremismus fördert. Das sind keine guten Voraussetzungen für unseren Dialog, den wir brauchen, damit multikulturelles und multireligiöses Zusammenleben bei uns gelingen kann.

Katharina Hubacher
Co-Präsidentin Grüne Luzern

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