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Billige Form von Identität

19. November 2009, von Eugen Bütler

Leserbrief, NLZ 19. Nov. 2009

Die Minarettfrage wurde von der SVP sehr medienwirksam in Szene gesetzt. Die Leserbriefspalten füllen sich mit Pro und Kontra. Ich will mich hier nicht zum Inhalt äussern, sondern zu einem immer wiederkehrenden Muster der SVP-Strategie. Irgendeine Gruppe der Gesellschaft, seien es Ausländer, Sozialhilfebezüger, IV-Bezüger, Randständige und nun die Moslems, wird ins Visier genommen und als Schmarotzer oder als Bedrohung dargestellt. Wer nun mit der SVP gegen die anvisierte Gruppe ist, fühlt sich als wirklicher Schweizer, der mit ihr das «Land verteidigt».

Die Ausgrenzung von Ausländern und Andersgläubigen (nicht nur Muslime, sondern auch politisch «Andersgläubige») stärkt das Gefühl von Heimat und Identität. Mir scheint dies zwar ein Stück weit verständlich, ich möchte aber zu bedenken geben, dass diese Art von Heimatgefühl immer auf Kosten von ganzen Gesellschaftsgruppen geht und deshalb aus meiner Sicht eine billige Form von Identität darstellt. Lieber wäre mir, wir würden unsere Identität und unser Heimatgefühl auf Achtung und Akzeptanz von Andersdenkenden aufbauen.

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