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Die Opfer der ALV-Revision
7. September 2010, von Sekretariat Grüne LuzernLeserbrief zur Abstimmung über die Revision der Arbeitslosenversicherung
Neben den meist jungen Schul- und Studienabgängern und älteren Arbeitnehmern gibt es noch andere Gruppen, die mit der vorgeschlagenen ALV-Revision massive Einschränkungen in Kauf nehmen müssten:
– Menschen mit temporären und befristeten Arbeitsverträgen
In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt gibt es immer mehr befristete Arbeitsverträge und temporäre Anstellungen. Nun sollen Menschen für ihre Flexibilität bestraft werden, indem sie nach einer Anstellung die nur ein Jahr gedauert hat, maximal nur noch Leistungen für 260 Tage statt für 400 beziehen können. Flexibilität ist im heutigen Arbeitsmarkt ein gefragter Wert und sollte eigentlich honoriert werden!
– Berufsleute bis 30
Junge Erwachsene ohne Arbeit erhalten gemäss dem neuen Gesetz nicht nur weniger hohe Taggelder, sondern dürfen diese, statt wie bisher 400, nur noch 260 Tage lang beziehen. Die Kriterien für zumutbare Arbeit sollen für alle jungen Berufsleute bis 30 Jahre verschärft werden. Zudem verlieren sie die wertvolle Begleitung der RAV und deren Aus- und Weiterbildungsangebote. Es macht doch keinen Sinn, wenn junge Menschen in der Sozialhilfe landen, nur weil sie den Einstieg ins Berufsleben nicht schaffen!
– Frauen nach Trennung und Scheidung
Frauen, die sich nach einer Trennung oder Scheidung beruflich neu orientieren und eingliedern müssen, konnten bisher auf die vollen Leistungen der ALV zurückgreifen. Neu sollen sie nur noch 90 Taggelder bekommen. Diese Leistungskürzung ist eine zusätzliche Belastung für Frauen in einer schwierigen Lebenssituation, in der sie eigentlich auf eine professionelle Begleitung angewiesen wären.
Die Arbeitslosenversicherung muss zwar saniert werden, aber soll sie deshalb ihre Leistungen kürzen? Was ist das für eine Versicherung, die gerade dann, wenn die Versicherten darauf angewiesen sind, zu wenig oder gar nicht mehr bezahlt? Die vorgeschlagene Revision der Arbeitslosenversicherung ist darum klar abzulehnen.
Katharina Hubacher
Co-Präsidentin Grüne Luzern
