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Ja zum Buch mit Preisbindung
1. März 2012, von Alain GreterDie ganze Diskussion um die Buchpreisbindung geht mir als direktbetroffenem Buchhändler sehr nahe. Da gibt es tatsächlich selbsternannte Branchenkenner und neoliberale Marktfetischisten, die mir erklären wollen, wie ich das Geschäft führen soll. Ich soll innovativ sein und zum Beispiel auch Kaffee anbieten. Ausgezeichneten Kaffee gibt es aber gleich um die Ecke bei Henk oder Icilio: Den kann ich nicht übertreffen und will es auch nicht. Ich verkaufe leidenschaftlich gerne Bücher und nichts anderes. Mit der Buchpreisbindung kann ich dies auch weiterhin tun. Die Buchpreisbindung schafft für grosse und kleine Player möglichst gleich lange Spiesse und ermöglicht dadurch den Wettbewerb um die Qualität der Dienstleistung. Diesem stelle ich mich noch so gerne mit einem ausgewählten Sortiment und einer professionellen Beratung.
Zum Glück gibt es sehr viele Leute, die den Doppelcharakter des Buches erkennen. Das Buch ist eine Ware wie jede andere, aber anders als fast alle anderen Waren ist ein Buch zugleich die Verkörperung von Geist. Christine Richard hat dies in der Basler Zeitung vom 22. Februar 2012 treffend formuliert. „Der Kampf um die Buchpreisbindung ist letztlich ein Stellvertreterstreit; es geht um Geist gegen Geld. […] Wer für die Buchpreisbindung stimmt, will prioritär den Geist des Buches schützen und schaut auf Vielfalt und Qualität.“ Schützen auch Sie den Geist des Buches und stimmen Sie Ja zum Buch mit Preisbindung.
Alain Greter
Buchhändler/Kantonsrat Grüne, Luzern
P.S. Der Vorzeigebuchhändler aus der Ostschweiz, der gegen die Preisbindung ist, hat in der Neuen Luzerner Zeitung vom 1. März 2012 ein Kleininserat geschaltet. Darin behauptet er, ohne Buchpreisbindung könne er besser auf seine Kunden eingehen. Was genau er damit meint, weiss ich nicht. Ich beschäftige mich jedenfalls lieber mit Inhalten als mit einer aufwendigen und undurchsichtigen Preisgestaltung.
