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ZHB erhalten – Initiative unterschreiben
3. August 2013, von Alain GreterÜber Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Dies gilt für das Essen genauso wie für die Kunst oder die Architektur. Wenn jemand die Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) im Vögeligärtli hässlich findet, so ist dies ein subjektives Geschmacksurteil. Folglich ist es als Argument für einen Abbruch des Gebäudes untauglich.
Selbst als Laie leuchtet es mir ein, dass Zeitzeugen der Baukultur zu erhalten sind – und dies ist ein objektives Kriterium. Die Beurteilung, welche Gebäude erhaltenswert sind, überlasse ich aber lieber den Fachleuten, und betreffend ZHB spricht die Einigikeit unter Experten dafür, die Bibliothek sofort unter Schutz zu stellen.
Übrigens hiess es bereits in der Sanierungsbotschaft von 2010: „Ein Abriss und Neubau ist aufgrund der architektonischen und städtebaulichen Bedeutung des Gebäudes undenkbar.“
Zudem sprechen sowohl ökonomische als auch ökologische Argumente für die Sanierung, sofern man genau hinschaut. Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass das Gebäude der ZHB „mit verhältnismässigem Aufwand saniert und umgebaut werden kann“. Ein Neubau hingegen wird teuer, nicht zuletzt wegen den hohen Anforderungen und der schwierigen Baugrundsituation. Und wenn wir den Energieeinsatz über den ganzen Lebenszyklus betrachten, ist die Sanierung der ZHB auch aus ökologischen Gründen sinnvoller als der Neubau. Bei einem Neubau ist der Anteil an grauer Energie nämlich wesentlich höher.
Wer weiterhin am Neubau festhält, nimmt sowohl langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen als auch das Risiko einer teuren Planungsleiche in Kauf. Ob eine Mehrheit der Stadtbevölkerung dies tatsächlich verantworten will, werden wir sehen.
