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Palaver über das kleine Zusammenleben im grossen Luzern

29. Januar 2010, von Christian Hochstrasser

In einer echten Quartierbeiz in einem eher schwierig fassbaren Quartier zwischen Tribschenstadt und Bahngleisen palaverten gegen 30 Teilnehmer über Quartierentwicklung. Immer wieder finden sich an diesen Jahreszeiten-Palaver Menschen ein, die einfach ein gemeinsames Interesse am Thema haben und einer Fragestellung auf den Grund gehen wollen, wie folgende: Wie sind Quartiere definiert, wo sind deren Grenzen, wie funktionieren sie und wie sollen sie gestärkt werden?

Hugo Stadelmann, Präsident der städtischen Quartiervereine stellte die heutige Funktionsweise der verschiedenen Quartiervereine vor und konnte in der folgenden Diskussion die Errungenschaften und Leistungen dieser Quartiervereine aufzeigen. Viele Aufgaben, welche in anderen Städten vorwiegend die Stadt übernimmt, wie das zur Verfügung stellen von Räumen oder die Förderung von Angeboten des Zusammenlebens, werden in Luzern durch die katholischen Pfarreien erbracht, stellte Franz Zemp, Gemeindeleiter der Pfarrei St. Josef – Maihof fest. In der Perspektive der Andersgläubigen kann dies aber oftmals problematisch werden. Seine dargelegten Visionen für eine vielfältige Nutzung des Kirchenraumes oder anderen pfarreilichen Räumen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat klargemacht, dass unter anderem die Pfarreien eine grosse Quartierverantwortung übernehmen. Quartiervereine und Pfarreien repräsentieren aber nur einen beschränkten Teil der Bevölkerung. Konfession/Religion, Altersgruppen, Lebensweise oder Quartierstruktur werden nur beschränkt abgebildet.

In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass die Stadt – auch im Rahmen der weiträumigen Fokus auf Fusionsstrategie – der Kleinräumigkeit zu wenig Beachtung schenkt und ihre Aufgaben, wie die Bereitstellung von funktionierenden Quartierinfrastrukturen nicht genügend wahrnimmt, wie z.B. die ausgeschlossene finanzielle Unterstützung für Quartierräume gezeigt hat. Um diesem aufgezeigten Missstand entgegen zu wirken, wurde unter anderem die Idee der Stadtteilkonferenzen in die Runde gebracht. Diese Idee fand Anklang und sollte gemäss den Mitdiskutierenden nicht erst mit einer grösseren Stadt umgesetzt werden, sondern möglichst bald. Über die konkreten Kompetenzen dieser Konferenzen wäre aber sicher noch weiter zu diskutieren. Die Umsetzung der Partizipation von unten oder das vorhandene Potential und Engagement für kleinräumige Projekte waren weitere andiskutierte Themen.

Die Gesprächsrunde war sich einig, dass das Thema Quartierentwicklung in der Stadt Luzern vernachlässigt wird. Diskussionsbedarf besteht weiterhin und vielleicht hat das Palaver die eine oder den anderen dazu motiviert die geäusserten Visionen weiter zu entwickeln.


Das nächste Jahreszeitenpalaver:
Montag, 3. Mai 2010, 18:00 Uhr
Entwicklungszusammenarbeit und Migration – Wie sind sie aufeinander abzustimmen?
mit Markus Brun, Leiter Entwicklungspolitik Fastenopfer
Ort: Romerohaus, Kreuzbuchstrasse 44, Luzern

Flyer Jahreszeitenpalaver Frühling

Jahreszeitenpalaver im Frühling 2010: Entwicklungszusammenarbeit und Migration

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