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Das Rentenziel ist die Hauptsache!
10. Februar 2010, von Louis SchelbertLeserbrief NLZ, 10. Februar 2010
Im Parlament war die Debatte zur kommenden Abstimmung enttäuschend. Entscheidend sind ja die Auswirkungen auf die Lebenssituation der Betroffenen. Doch weder im Stände- noch im Nationalrat war das Rentenziel ein grosses Thema. Die zu erwartende Lage der Betroffenen wirkte eher wie ein Nebenaspekt.
Doch das ist es gerade nicht, es ist die Hauptsache! Das Rentenziel ist die Richtschnur für die materielle Basis eines Lebens in Würde. Dafür braucht es genügend hohe Renten. Eine weitere Kürzung mag es da bei vielen Einkommen nicht mehr leiden.
Mit der 1. Revision des Gesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG) wurde per 1. Januar 2005 beschlossen, den Umwandlungssatz von 7,2 auf 6,8 Prozent zu senken. Das bedeutet eine Kürzung der Renten aus der 2. Säule um 5,5 Prozent. Das ist jetzt im Gang. Jetzt würden die gleichen Renten noch einmal um fast 6 Prozent gekürzt. Das ist für viele Einkommen nicht verkraftbar.
Dem Parlament sagte der Bundesrat, die längere Lebenserwartung stehe nicht im Vordergrund, diese Entwicklungen seien per 2005 auch für die folgenden Jahre eingerechnet. Jetzt, vor der Abstimmung, argumentiert er trotzdem damit. Für mich ist das Angstmacherei. Es geht nicht an, die steigende Lebenserwartung zweimal in die Berechnungen zu nehmen. Die Befürworter der Vorlage argumentieren zudem mit den tieferen Renditen auf dem angesparten Kapital. Richtig ist: Die Lage hat sich entspannt. Und zu berücksichtigen ist, dass der Rentenaufbau über 40 Jahre erfolgt. In dieser langen Zeit gibt es gute und weniger gute Jahre. Mit den guten sind schwache Jahre wie 2008 auszugleichen.
