Ökologisch konsequent, sozial engagiert, global solidarisch

Weblog:

24-Stunden-Gesellschaft – nein danke!

29. Mai 2012, von Sekretariat Grüne Luzern

Andreas Hofer, Präsident Grüne Region Sursee, Kantonsrat

Sind längere Ladenöffnungszeiten ein Bedürfnis der Konsumenten oder werden mit der nun vorliegenden Gesetzesänderung Bedürfnisse geschaffen, die so noch gar nicht vorhanden sind? Unser Konsumverhalten entwickelt sich immer mehr zu einer 24-Stunden-Gesellschaft. Alles muss jederzeit und überall zur Verfügung stehen. Dies mit all den negativen Folgeerscheinungen für die Konsumenten, die permanent das Gefühl haben, sie müssen irgendwo irgendetwas konsumieren und so nicht mehr zur Ruhe kommen. Wie sagte einst Gabriel Laub: „Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern“.

Auch für die Angestellten haben längere Öffnungszeiten negative Auswirkungen, müssen sie doch zu schlechteren Arbeitsbedingungen arbeiten und darunter leiden auch ihre Familien. Betroffen wären mehrheitlich Frauen und darunter viele alleinerziehende Mütter. Von längeren Ladenöffnungszeiten profitieren nur die grossen Einkaufscenter und das „Lädelisterben“ schreitet voran. Eine Entwicklung die aus Grüner Sicht nicht gefördert werden darf, führt dies doch immer mehr zu Shoppingcenter auf der grünen Wiese, was wiederum zu mehr Verkehr und grösserer Umweltbelastung führt.

Das Argument, dass der Kanton Luzern gegenüber den umliegenden Kantonen, die ein liberaleres Ladenöffnungsgesetz haben, weniger konkurrenzfähig sei, mag zu treffen. Aber müssen wir eine Fehlentwicklung nur deshalb mitmachen, weil die anderen Kantone diesen Schritt bereits gemacht haben? Dieses Konkurrenzdenken würde früher oder später zu einer Totalliberalisierung der Ladenöffnungszeiten führen und dies lehne ich dezidiert ab.

Einen Kommentar schreiben