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ZHB: Eine Chance wird vertan
1. Juli 2013, von Sekretariat Grüne LuzernLeserbrief von Bernhard Kuonen, Mitglied der Grünen Stadt Luzern.
Anmerkung der Redaktion: Bernhard Kuonens Meinung wird von den Grünen Stadt Luzern nicht geteilt. Diese werden in den nächsten Tagen ihre Initiative zur Rettung der ZHB lancieren.
Rot und grüne Politiker, Heimat- und Denkmalschützer verhindern mit fadenscheinigen Argumenten, dass das Kulturgut „Buch“ in Luzern endlich eine würdige und funktionale Bleibe findet. Der Widerstand gegen einen Neubau einer neuen Kantonsbibliothek ist irrational. Die Gründe, die gegen einen Abriss der in die Jahre gekommenen schmucklosen ZHB sprechen, sind fadenscheinig.
Der Denk- und Heimatschutz findet immer einen Grund ein Gebäude, das älter als 20 Jahre ist, schützenswert zu finden. Selten stellen sich die meist militanten Repräsentanten dieser Gilde Fragen wie: erfüllen die Gebäude noch ihren angedachten Zweck und ihre Funktionen? Haben alle Menschen Zutritt und können sie barrierefrei nutzen? Geht die Gebäude sparsam mit Energie um? Können sie wirtschaftliche betrieben werden. Alles nicht so wichtig. Hauptsache, irgendeinem berühmten verstorbenen Architekten, sei ein Denkmal gesetzt. (Ganz nebenbei alles Architekten, aber wen interessiert das schon). Rational ist dieser Spezies Mensch nicht beizukommen.
Anders sieht es aus mit den rot grünen Bedenkenträgern und den widerständigen Stadtmütter- und Stadtväter gegen einen Neubau. Mann würde meinen hier sollte rationaler Zugang möglich sein. Die ZHB wird auf drei Seiten von Strassen umfasst. Links- und rechtsseitig hat es Parkplätze. Ein schmuckloser Zugang erschliesst das Gebäude. Die nordseitige Fassade, ein trauriger Anblick. Gegen Süden schliesst ein kleiner „Park“ an. Die schmucklose eher triste Rasenfläche, wird romantisiert als „Vögeligärtli“ bezeichnet. Sie dient den Gegnerinnen als argumentative Speerspitze gegen einen Neubau der ZHB. Besonders lauschig scheint der Platz offenbar darum zu sein, weil er umrandet wird von parkierten Autos. Zugegeben, Kinder finden im „Vögeligärtli“ einen der wenigen Spielplätze in der Innenstadt. Nüchtern betrachtet, steht also ein abgewirtschaftetes Gebäude an einem städtebaulichen interessanten Ort. Es braucht viel Ignoranz, darin nicht eine einmalige gestalterische Chance zu erkennen.
Man stelle sich vor: in einem modernen, zweckmässigen und architektonisch-schmucken Gebäude fände das „Kulturgut“ Buch einen würdigen Platz für die nächsten Jahrzehnte. Raum und Atmosphäre ermöglichten wissenschaftliches und kulturelles Schaffen.Menschen könnten alle Räume barrierefrei benutzen. Saubere und effiziente Energie schafft ein behagliches Klima. Der Platz rund um das Gebäude autofrei. Die Grünfläche belebt. Kinder fänden die gewohnten Spielgeräte. Väter und Mütter sässen auf Bänken und sähen einem Wasserspiel zu. Statt der Parkplätze, nette und lauschige Restaurantgärten. Die Vorstellung liesse sich erweitern.
Die unheilige Allianz zwischen Stadtvätern und -müttern, Heimat-und Denkmalschützenden, rot und grünen Stadtneurotikerinnen und -neurotiker wird sich leider durchsetzen wissen und diese einmalige städtebauliche Chance vertun.
