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Massiver Widerstand gegen Parkhaus Musegg angekündigt
4. März 2015, von Alain GreterMit dem geplanten, unterirdischen Parkhaus Musegg wird ein Projekt aus den 80-er Jahren wieder aus der Schublade genommen. Was damals nicht mehrheitsfähig und bereits veraltet war, ist es auch heute noch.
Das Parkhaus Musegg sei angeblich kein herkömmliches Parking. Es mache den Schwanenplatz als Tor zur Altstadt frei, sagen die Initianten des Grossprojektes. Für die Kosten von rund 150 Millionen Franken sollen private Geldgeber aufkommen.
Ich betrachte den Schwanenplatz nicht als Tor zur Altstadt, sondern als Tor zur Uhrenmeile. Der Grendel ist für mich – als Einheimischen – nicht mehr attraktiv. Der Bäcker ist schon länger weg, das Restaurant ist ebenfalls verschwunden, bald gibt es noch mehr Uhren zu kaufen. Bezeichnend ist, dass Bucherer fürs neue Parkhaus zahlt.
Ruth Schneider hat in ihrer wunderlichen Kolumne „Wie attraktiv ist dieses neue ‚Tor zur Altstadt’?“ Sitzbänke für den Grendel gefordert. „In der Fussgängerzone Grendel möchte man sich zwischendurch gerne kurz hinsetzen, um ‚zu verschnaufen’ und die Flanierzone zu geniessen.“ Ich flaniere gerne und setze mich zwischendurch auch gerne hin: aber sicher nicht im Grendel.
Um den Touristenhorden aus dem Weg zu gehen, vermeide ich als Fussgänger den Grendel, und als Velofahrer versuche ich ihn möglichst unfallfrei zu durchfahren – was mir, selbst als geschickter Velofahrer, wahrlich nicht einfach fällt. Für mich ist der Grendel gefährlicher als die Zürichstrasse oder die Seebrücke, weil die Touristen völlig unberechenbar sind.
Als Kind schien mir Luzern im Winter, nach der touristischen Hauptsaison, wieder zu einem Dorf zu schrumpfen. Die Einheimischen waren in der Überzahl – auch im Grendel – und man konnte ungehindert vom Löwenplatz zum Mühlenplatz spazieren und noch Lebensmittel einkaufen. Heute ist das nicht mehr möglich. Der Massentourismus hat das ganze Jahr über Luzern in der Hand, die Lebensmittelläden sind fast alle verschwunden.
Das Parkhaus Musegg ist ein teures Grossprojekt, das keine Probleme löst. Es verlagert sie bloss vom Schwanen- zum Löwenplatz, beeinträchtig zudem ein ganzes Wohnquartier und führt zu Mehrverkehr. Deshalb überrascht es nicht, dass über 2’000 Personen eine Volkmotion gegen das Parkaus unterschrieben haben. Der massive Widerstand gegen ein Parkhaus Musegg ist jedenfalls bereits angekündigt.
