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Den Islam als Ganzes im Visier

28. Oktober 2009, von Cécile Bühlmann

Leserbrief NLZ, 28. Oktober 2009

Viele Leserbriefe für das Minarettverbot zeigen, wie die Initiative eigentlich den Islam als Ganzes im Visier hat und es nicht bloss darum geht, den Bau von Minaretten zu verbieten. Man nennt in einem Atemzug die Blutrache, die sexuelle Verstümmelung von Mädchen, Zwangsheirat, Selbstmordattentate, die Steinigung von Frauen und die Verfolgung von Christen in muslimischen Ländern und suggeriert damit, dass das das einzige und wahre Gesicht des Islam sei.

Oft setzt man noch eins drauf, wenn man behauptet, dass die Minarette Zeichen der Macht seien und dass bei Ablehnung der Initiative der Ruf des Muezzins bald den Klang der Kirchenglocken verdrängen werde. Das spricht nicht gerade von viel Selbstvertrauen!

Die Leute, die hinter der Initiative stehen, arbeiten mit ihrer ausgrenzenden Argumentation genau jenen in die Hände, die sie anprangern. Der islamfeindliche Unterton der Initiative stärkt nämlich die konservativen Kräfte innerhalb der muslimischen Gemeinschaften und fördert tendenziell deren Abschottung. Die fundamentalistische Argumentation der Minarett-Initiative-BefürworterInnen unterstellt, dass grundsätzlich ein friedliches Zusammenleben der muslimischen und der nichtmuslimischen Bevölkerung unmöglich sei. So verstärken sich gegenseitig auf unheilvolle Art und Weise die negativen Effekte fundamentalistischer Ideologien.

2 Reaktionen zu “Den Islam als Ganzes im Visier”

  1. Jean Fairtique

    „Der islamfeindliche Unterton der Initiative stärkt nämlich die konservativen Kräfte innerhalb der muslimischen Gemeinschaften und fördert tendenziell deren Abschottung. Die fundamentalistische Argumentation der Minarett-Initiative-BefürworterInnen unterstellt, dass grundsätzlich ein friedliches Zusammenleben der muslimischen und der nichtmuslimischen Bevölkerung unmöglich sei.“

    Lesen sie den Koran!
    Und der ist nicht nur antidemokratisch sondern auch unabänderlich!

  2. Samuel Kneubühler

    Sehr geehrter Herr Fairtique

    Bitte lesen Sie die Bibel. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie das alte oder das neue Testament anschauen – beide strotzen vor Gewalt. Im Koran gibt es durchaus menschenverachtende Stellen, etwa den Umstand, Religionswechslungen zu verbieten und diese Personen quasi „zum Abschuss freizugeben“.
    Nur verkennen Sie, dass sich unser Land, auf christlichen Wurzeln gebaut, auhc gewandelt hat. Keine Kreuzzüge, keine Hexenverbrennungen, Forschritte in der Gleichstellung (von Mann und Frau, Lebensweisen und sexueller Orientierung).
    Dies wirderspricht teilweise der Bibel (heilige Schrift und unabänderlich) und trotzdem haben wir uns weiterentwickelt. Die in der Schweiz ansässigen Muslime müssen sich uan unsere Gesetze halten. Unsere Gesetze sind gegen etwa gegen Mord, Verfolgung und antidemokratische Tendenzen formuliert. Diese nützen den hier grösstmehrheitlich friedlich lebenden Muslimen durchaus. Hier geniessen sie Freiheiten (gerade die Frauen), die sie nicht überall haben.
    Wir wollen ein Vorbild sein und nicht eine ausgrenzende Nation. Das ist unschweizerisch! Wir lösen Konflikte, wir verbannen sie nicht.

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