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Hände hoch!

7. Januar 2011, von Raffael Fischer, » Website...

Ein fieser Gangster mit Kanone schiesst direkt auf den Betrachter. Dieses Plakat hängt seit vorgestern überall in der Schweiz von Tausenden von Plakatwänden. Was das wieder kostet! Aber Geld ist offenbar genug da, um die “Entwaffnungsinitiative” von GSoA, SP und Grünen zu bekämpfen. Das Grundanliegen ist, dass auch in der Schweiz die Militärwaffen nicht mehr nach Hause gegeben werden, wo sie oft mangelhaft versorgt werden – wo sie bei vielen Familienkonflikten und Suiziden schon eine unrühmliche Rolle gespielt haben. Man kann das eine Entwaffnung der Schweizer Wehrmänner nennen, gewiss. Aber eigentlich ist es nur die Abschaffung einer bizarren Schweizer Besonderheit, die heutzutage keinen Sinn mehr ergibt, jedoch immer wieder Tote verursacht. Eigentlich ist es also vielmehr als eine Entwaffnung die Abschaffung der mutwilligen Bewaffnung aller Schweizer Männer.

Nun zum Gangster: Die Gegner der Initiative, zuerst vor allem aus Kreisen der Schützen (die zwar gar nicht betroffen wären, denn weiterhin wäre dieser Sport problemlos möglich), haben wohl lange überlegt, wie sie diese bei vielen Wählerinnen und Wählern bis weit ins bürgerliche Lager hinein sehr populären Initiative begegnen können. Da sind sie offenbar auf die krude Idee gekommen, zu behaupten, die Initiative entwaffne die rechtschaffenen Schweizer, während die Kriminellen dann ein “Waffenmonopol” hätten. Flugs haben sie von irgendeinem Werbebüro einen möglichst fies aussehenden Gangster zeichnen lassen und plakatieren nun das Land voll. Die Köpfe hinter dieser Gegenkampagne zählen einmal mehr darauf, dass leider viele StimmbürgerInnen nicht immer den Initiativtext und die Argumente beider Seiten genau studieren, sondern allzu leicht einfache Parolen übernehmen. Besonders stört mich zudem, dass der Gangster südländische Züge hat, womit nach der Ausschaffungsinitiative schon wieder auf der Klaviatur der Fremdenangst gespielt wird. Kriminelle Ausländer dort (die man ausschaffen soll), verantwortungsbewusste Schweizer hier. Das Motiv soll auf dem Mist der SVP gewachsen sein, wen erstaunt’s?

Aber Familiengewalt mit Militärwaffen ist keine Frage der sogenannten “Ausländerkriminalität”. Suizide von jungen Schweizer Männern mit Militärwaffen ebenfalls nicht. Dagegen gibt es nur eine Antwort: JA zum Schutz vor Waffengewalt. Es wäre endlich an der Zeit.

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